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Soldaten zur Abschreckung
Südafrikas Armee soll ausländerfeindliche Unruhen eindämmen

Südafrikas Armee soll ausländerfeindliche Unruhen eindämmen
Die Armee werde "zur Abschreckung" in die Provinzen geschickt. FOTO: afp, mlo/MM
Durban. Nach den ausländerfeindlichen Ausschreitungen mit mehreren Toten in Südafrika sollen nun Soldaten für Sicherheit auf den Straßen sorgen. Die Armee werde "zur Abschreckung" in das Township Alexandra in Johannesburg entsandt.

Auch in der Provinz KwaZulu-Natal werden Truppen stationiert, sagte Verteidigungsministerin Nosiviwe Mapisa-Nqakula am Dienstag bei einem Besuch in dem Armenviertel. In der dortigen Hafenstadt Durban hatten die Unruhen Anfang April ihren Ausgang genommen. Der Einsatz des Militärs begann bereits am Dienstag.

"Wir sind nicht hier, um die Arbeit der Polizei zu übernehmen", sagte Mapisa-Nqakula. Die Armee solle die Einsatzkräfte dabei unterstützen, weitere Unruhen zu verhindern. Der Polizei war es bislang nicht gelungen, die Übergriffe auf vorwiegend aus Südafrikas Nachbarstaaten stammende Einwanderer zu stoppen. Der Einsatz des Militärs sei "das letzte Mittel" und werde Kritik hervorrufen, räumte Mapisa-Nqakula ein. "Die schutzbedürftigen Menschen werden dies aber zu schätzen wissen." Wieviele Soldaten an dem Einsatz teilnehmen, sagte die Ministerin nicht.

Ausländer "wie Hunde gejagt"

Bei den fremdenfeindlichen Unruhen in Südafrika wurden seit Ostern mindestens sieben Menschen getötet. Tausende weitere flüchteten vor der Gewalt. Alleine in der Nacht zum Dienstag trafen 400 Malawier in ihrer Heimat ein. Agnes Salanje berichtete nach ihrer Rückkehr über "Todesängste". Ausländer seien "wie Hunde gejagt worden", berichtete die Mutter nach ihrer Flucht aus Durban.

Präsident Jacob Zuma hatte am Montag die "grausamen Morde" an Ausländern erneut verurteilt. Er rief dazu auf, "Gewalt und Hass in der Gesellschaft auszumerzen". Viele Südafrikaner machen Immigranten aus Ländern wie Simbabwe, Malawi oder Mosambik für die hohe Arbeitslosigkeit von 25 Prozent und das schleppende Wirtschaftswachstum verantwortlich.

(AFP)
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