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Ultimatum läuft um 9.30 Uhr ab: Südkoreanerin berichtet von Geiselhaft in Afghanistan

zuletzt aktualisiert: 30.07.2007 - 06:33

Seoul (RPO). Eine der in Afghanistan entführten Südkoreanerinnen hat in einem Zeitungsinterview von den Umständen ihrer Geiselhaft berichtet. Die Gruppe aus 22 Südkoreanern sei in mehrere Kleingruppen aufgeteilt worden, die häufig den Aufenthaltsort wechselten, wird die 34-jährige Lee Ji Young in einem am Montag veröffentlichten Interview der südkoreanischen Zeitung "Joong Ang Ilbo" zitiert.

Sie selbst werde mit drei weiteren Landsleuten gefangen gehalten; sie alles seien "im Moment okay", wüssten aber nicht, wie es den übrigen Verschleppten gehe.

Manchmal würden sie einmal am Tag an einen anderen Ort gebracht, manchmal auch nur alle zwei, drei Tage, berichtete Lee. Ihre Gruppe sei derzeit in einem Haus untergebracht. Die Zeitung berichtete, die Frau habe sich während des am Sonntag am Telefon geführten Interviews mit einem der Geiselnehmer besprochen.

Nach Angaben der Taliban sind die Gruppen mit den südkoreanischen Geiseln über drei verschiedene Provinzen verteilt. Montagmittag (09.30 Uhr MESZ) sollte ein neues Ultimatum der Taliban verstreichen.

Sie fordern die Freilassung von Gesinnungsgenossen aus afghanischen Gefängnissen, andernfalls wollen sie mit der Hinrichtung ihrer überwiegend weiblichen Geiseln beginnen. Die afghanische Regierung lehnt die Freilassung von Taliban-Rebellen ab.

Die Geiselnehmer hätten keine besonderen Drohungen ausgesprochen, berichtete Lee. An ihre Eltern gewandt, sagte sie: "Macht euch nicht zu viele Sorgen um mich." Lee entschuldigte sich in dem Interview: "Es tut uns leid, dass wir Durcheinander verursacht haben."

Auf die Frage nach besonderen Härten der Geiselhaft antwortete die Südkoreanerin: "Es ist ein bißchen unangenehm, dass wir uns nicht gründlich waschen können."

Die Südkoreaner, die sich zu einem Hilfseinsatz in Afghanistan aufhielten, waren am 19. Juli verschleppt worden. Ein Geistlicher, der zu der Gruppe gehörte, wurde am Mittwoch erschossen aufgefunden.

Quelle: afp

 
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