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Irak: Sunniten und Schiiten rufen nach Anschlägen zu Ruhe auf

zuletzt aktualisiert: 13.03.2006 - 11:20

Bagdad (rpo). Schiiten wie Sunniten im Irak verurteilen die Anschläge, bei denen am Wochenende wieder etwa 50 Menschen umkamen. Beide Religionsgruppen appellieren an die irakische Bevölkerung, Ruhe zu bewahren und sich für Frieden und Einigkeit einzusetzen.

Nach der Anschlagsserie mit mindestens 48 Toten im Bagdader Stadtviertel Sadr City haben Schiiten und Sunniten die Bevölkerung zu Ruhe und Einigkeit aufgerufen. Die Irakische Islamische Partei, die größte politische Gruppierung der Sunniten, erklärte, die Anschläge gingen auf das Konto von "Feinden unseres Landes", die einen stabilen Irak verhindern wollten. Der radikale schiitische Geistliche Muktada al Sadr machte die Terrorgruppe al Qaida im Irak für die Attentate verantwortlich.

Die Irakische Islamische Partei forderte alle politischen Gruppen zu einem Ende des Blutvergießens auf. Stattdessen sollten sich alle gemeinsam um die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit bemühen, die für Sicherheit sorgen könne, hieß es in einer Erklärung.

Al Sadr warf irakischen Politikern vor, sich nicht um die Belange der Bevölkerung zu kümmern. Sie hätten im andauernden Streit über die Regierungsbildung lediglich ihre eigenen Interessen und mögliche Posten im Blick und "haben die Menschen vergessen", sagte der Geistliche in Nadschaf.

Wenige Stunden vor den offenbar koordinierten Anschlägen am Sonntagabend hatten sich führende irakische Politiker geeinigt, das Parlament endlich am Donnerstag - drei Monate nach der Wahl - zu seiner konstituierenden Sitzung einzuberufen. Damit beginnt eine Frist von 60 Tagen, in denen das Parlament einen neuen Präsidenten wählen, die Nominierung des künftigen Regierungschefs absegnen und dessen Kabinett billigen muss.

Quelle: ap

 
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