Birma: Suu Kyi lehnt Gesprächsangebot ab
zuletzt aktualisiert: 05.10.2007 - 08:37Washington (RPO). Die Fronten in der Birma-Krise bleiben vorerst verhärtet. Die Militärführung hatte der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi Gesprächsbereitschaft signalisiert, diese lehnt ein Treffen aber ab. Eine US-Gesandte wird allerdings in Rangun mit Juntachef General Than Shwe zusammentreffen.
Ein Sprecher der Oppositionspartei NLD sagte, die Einladung zu einem Gespräch sei von offizieller Seite nicht ernstgemeint gewesen. Die Junta wolle, dass Suu Kyi etwas zugebe, was sie gar nicht getan habe. Daher werde es zu keinem Treffen kommen.
Wie Außenamtssprecher Sean McCormack am Donnerstag in Washington mitteilte, bat die birmanische Führung die US-Geschäftsträgerin Shari Villarosa zu einem "Briefing mit Regierungsvertretern" am Regierungssitz Naypyidaw. Villarosa kenne die Themen des Treffens nicht, ergänzte McCormack.
Than Shwe hatte zuvor dem UN-Gesandten Ibrahim Gambari gesagt, er werde Suu Kyi persönlich treffen, wenn sie von ihrer Haltung der "Konfrontation, Verwüstung und Sanktionen" abrücke. Die Nobelpreisträgerin steht weiter bewacht von hunderten Polizisten unter Hausarrest.
Zudem nannte die Regierung erstmals die Zahl der bei den Protesten in der vergangenen Woche festgenommenen Personen: 2000 Menschen seien in Haft genommen worden.
Die Militärjunta hat am Donnerstag eine örtliche Mitarbeiterin der Vereinten Nationen und ihre Angehörigen freigelassen, die am Mittwoch in Rangun festgenommen worden waren.
Kouchner kündigt baldige Südostasein-Reise an
Der zuständige UN-Koordinator Charles Petrie sagte zu AFP, die 38-jährige Mitarbeiterin des UN-Entwicklungsprogramm UNDP, ihr Ehemann, ihr Schwager sowie ein Chauffeur seien seit dem späten Nachmittag (Ortszeit) wieder auf freiem Fuß.
Die Freilassungen ereigneten sich kurz bevor der UN-Sondergesandte Ibrahim Gambari Generalsekretär Ban Ki Moon über die Ergebnisse seines viertägigen Besuchs in dem Land informieren wollte.
In Paris kündigte der französische Außenminister Bernard Kouchner eine baldige Reise nach Südostasien an, um sich für einen demokratischen Wandel in Birma einzusetzen. Der effektivste Druck auf Birma müsse von den Nachbarländern kommen, darunter Thailand, sagte er.
Die UN-Menschenrechtskommissarin Louise Arbour forderte die birmanische Führung auf, "schnellstmöglich" einen UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte einzuladen. Arbour bezeichnete die Lage in Birma im kanadischen Fernsehsender CBC als "alarmierend". Sie sei "sehr besorgt über die Menschenrechtslage" und über den Mangel an glaubwürdigen Informationen aus Birma.
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