| 20.24 Uhr

Syrien
Assads Armee meldet dank russischer Hilfe Eroberungen

Beirut . Mit russischer Luftunterstützung treibt Syrien seine Offensive gegen Rebellen im Westen des Landes voran. Die syrische Armee meldete am Montag die Einnahme mehrerer Dörfer, und auch oppositionsnahe Aktivisten bestätigten den Vormarsch von Regierungstruppen und der mit ihnen verbündeten Hisbollah-Miliz.

Das russische Militär flog nach eigenen Angaben binnen 24 Stunden 53 Luftangriffe. Russland hatte das Bombardement Ende September begonnen - explizit mit dem Ziel, den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu stützen. Die Nato und die EU sehen das äußerst kritisch. Generalsekretär Jens Stoltenberg warf Russland vor, damit den syrischen Bürgerkrieg zu verlängern. Stattdessen solle Moskau dem gemeinsamen Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat beitreten.

Auch EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier messen dem russischen Eingreifen große Bedeutung zu. Eine politische Lösung sei damit schwieriger geworden, sagte Steinmeier bei Beratungen der EU-Außenminister.

Die syrische Armee hatte vorige Woche eine Bodenoffensive gestartet und versucht nun vor allem, ländliche Gebiete der Provinz Hama und der Sahl-al-Ghab-Ebene wieder unter ihre Kontrolle zu bringen und Rebellen zu vertreiben. Die Ebene liegt zwischen der von Aufständischen kontrollierten Provinz Idlib und der Regierungshochburg Latakia und ist deshalb von strategischer Bedeutung.

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von 30 Angriffen russischer Jets auf den Ort Kfar Nabude. Gleichzeitig seien syrische Soldaten und Hisbollah-Kämpfer von Süden in das Dorf eingerückt. Nach Angaben von Aktivisten vor Ort lieferten sich Aufständische Gefechte mit den Truppen. Das syrische Militär erklärte aber, man habe den Ort unter Kontrolle, ebenso wie mehrere weitere Dörfer in der Nähe. Die Rebellen eroberten nach Angaben von Aktivisten ihrerseits ein Dorf im Süden von Idlib. Die tatsächliche Lage vor Ort ist kaum zu klären.

Das russische Verteidigungsministerium betonte, die 53 Angriffe hätten IS-Zielen in den Provinzen Homs und Hama sowie Idlib und Latakia gegolten und Kommandozentralen, Munition, Treibstofflager und Trainingscamps zerstört. Der IS ist in Hama allerdings kaum vertreten. Der Westen wirft Russland vor, auch Rebellen ins Visier zu nehmen, die nichts mit dem IS zu tun haben. Moskau versichert, es würden nur "Terroristen" angegriffen.

Russland hatte vergangene Woche auch bekannt gemacht, dass Marschflugkörper von Schiffen im Kaspischen Meer auf Ziele in den fast 1500 Kilometer entfernten syrischen Provinzen Rakka und Aleppo abgefeuert wurden. Deshalb veröffentlichte die europäische Luftfahrtbehörde Easa am Freitag eine Warnung an Fluggesellschaften und Behörden wegen möglicher Gefahren im iranischen und irakischen Luftraum.

"Bevor sie Syrien erreichen, müssen solche Raketen notwendigerweise den Luftraum über dem Kaspischen Meer, Iran und Irak unterhalb der Flugrouten queren", heißt es in der Mitteilung der Easa. Es gebe zwar derzeit keine speziellen Empfehlungen, doch wolle man die Nutzer des Luftraums informieren.

(ap)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Syrien: Assads Armee meldet dank russischer Hilfe Eroberungen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.