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Gespenstische Bilder aus Homs
Drohnenvideo zeigt Ausmaß der Zerstörung in Syrien

Mai 2014: Syriens zerstörte Stadt Homs
Mai 2014: Syriens zerstörte Stadt Homs FOTO: afp, LB/mro
Homs. Mit einer Drohne produzieren russische Medien Bilder aus der vom Krieg verwüsteten syrischen Stadt Homs. Sie zeigen das Ausmaß der Zerstörung, das der Krieg in der Stadt in den vergangenen Jahren angerichtet hat.  Von Ludwig Krause

Deutlich mehr als neun Milliarden Euro will die Weltgemeinschaft als Hilfe für das kriegsgebeutelte Syrien bereitstellen. Mehr als die Hälfte davon solle kurzfristig zur Verfügung stehen, wie es auf der Londoner Geberkonferenz für Syrien und die Region hieß. "Das ist ein wichtiges Signal", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Es bedeutet, dass die Arbeit sofort beginnen kann."

Der Bürgerkrieg in Syrien dauert fast fünf Jahre an, mehr als 250.000 Menschen starben. Millionen Syrer flohen ins Ausland.

Hochauflösende Bilder aus dem zerstörten Homs zeigen nun, wie sehr der Krieg zumindest Teile des Landes verwüstet hat. Aufgenommen sind sie mit Hilfe einer Kamera-Drohne. Butterweich schwebt sie durch die Geisterstadt, zeigt Ruinen und ganze Häuserzüge, die nicht einmal mehr als Ruinen bezeichnet werden können.

Produziert worden sein sollen die Bilder von "Russia Works". Die Kameraleute drehen schon seit einigen Monaten in dem Krisengebiet. Wann genau die neuesten Bilder entstanden sind, ist unklar. Ins Internet hochgeladen wurden sie im Januar. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, steckt hinter "Russia Works" das russische Staatsfernsehen. Entstehen könnten die Bilder demnach auch erst, weil die Journalisten unter dem Schutz der syrischen Armee stehen.

Videos können als Propaganda dienen

Mit dementsprechender Vorsicht sind die Bilder auch zu bewerten. Sie können kaum von unabhängiger Seite verifiziert werden. So können Kampfszenen, die in anderen Videos der Produzenten zu sehen sind, schlicht inszeniert sein. Wer unter dem Protektorat der syrischen Armee steht, ist auf diese angewiesen. Außerdem ist Russland schon längst Kriegspartei in dem Land.

Bei aller möglichen Inszenierung: Was bleibt, ist die schier grenzenlose Dimension der Zerstörung, die Städte wie Homs in den vergangenen Jahren erreicht hat.

(lukra)
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