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Syrien-Konflikt
Bundesregierung verspricht 255 Millionen für Syrien-Hilfe

2014: Erschütternde Bilder von der syrisch-türkischen Grenze
2014: Erschütternde Bilder von der syrisch-türkischen Grenze FOTO: afp, KLC/RBZ
Berlin/Lausanne . Vor der dritten Syrien-Geberkonferenz in Kuwait weiten das Auswärtige Amt und das Entwicklungsministerium ihre Hilfszusagen aus. Save the Children dringt indes auf mehr Unterstützung für Kinder.

Die Bundesregierung will die Hilfe für Syrien bei der dritten Geberkonferenz in Kuwait um 255 Millionen Euro aufstocken. Das kündigten Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am Dienstag in Lausanne und Berlin an.

"Es ist unsere Verantwortung, die Menschen nicht allein zu lassen, die nun schon im fünften Jahr unter den Folgen des grausamen Syrienkonfliktes leiden", sagte Steinmeier am Rande der Iran-Atomverhandlungen in Lausanne. Fast 12 Millionen Menschen seien im eigenen Land und in der Region auf der Flucht. Mehr als 7 Millionen Kindern bleibe das Recht auf Bildung versagt.

Auswärtiges Amt stockt Gelder weiter auf

Das Auswärtige Amt will weitere 100 Millionen Euro für humanitäre Hilfe geben. Das Entwicklungsministerium hatte zuvor bereits eine weitere Zusage von 155 Millionen Euro angekündigt. Deutschland unterstütze damit vor allem die Nachbarländer Syriens. Sie hätten insgesamt rund vier Millionen Flüchtlinge aufgenommen, vor allem der Libanon, Jordanien sowie Gemeinden im syrisch-türkischen Grenzgebiet.

Die dritte Geberkonferenz findet auf Einladung Kuwaits unter Vorsitz des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon statt. Eingeladen sind rund 80 Staaten sowie regionale Organisationen und Nichtregierungsorganisationen. Die UN-Hilfsaufrufe belaufen sich auf mindestens 8,4 Milliarden US-Dollar (rund 7,8 Milliarden Euro).

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children appellierte an alle Beteiligten, die Hilfe für Kinder in den Fokus zu rücken. "Die Weltgemeinschaft darf die syrischen Kinder nicht allein lassen, damit diese Generation nicht zu einer verlorenen Generation wird", forderte die Geschäftsführerin der Kinderhilfsorganisation in Deutschland, Kathrin Wieland.

Save the Children: "Kinder dürfen nicht alleingelassen werden"

Nach einem aktuellen Bericht der Kinderrechtsorganisation besuchen die Hälfte aller syrischen Flüchtlingskinder in den Nachbarländern und drei Millionen Kinder in Syrien keine mehr Schule mehr. Nur noch knapp 50 Prozent der Kinder erhielten eine Grundschulbildung. In Gegenden wie Aleppo seien es nur etwa 6 Prozent. Während die Alphabetisierungsrate in Syrien vor Ausbruch des Konflikts bei 95 Prozent gelegen habe, sei die Einschulungsrate inzwischen eine der niedrigsten weltweit, so das Ergebnis der Untersuchungen von Save the Children.

Mindestens ein Viertel aller Schulen im Land sei beschädigt, zerstört oder von bewaffneten Gruppen besetzt. Die Kosten für den Wiederaufbau, die Wiederbeschaffung des Lehrmaterials und die Ausbildung neuer Lehrkräfte belaufen sich laut Save the Children aktuell auf rund 3,2 Milliarden US-Dollar (rund 2,95 Milliarden Euro). Zudem warnt die Kinderrechtsorganisation vor langfristigen Folgen für die Wirtschaftsleistung des Landes. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte infolge fehlender Ausbildung der nachkommenden Generation etwa 2,18 Milliarden Dollar (rund 2 Milliarden Euro) jährlich verlieren.

(KNA)
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