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Bürgerkrieg
Kerry besorgt über russischen Einsatz in Syrien

Syrien: John Kerry besorgt über russischen Militäreinsatz
FOTO: Twitter
Washington. US-Außenminister John Kerry hat sich kritisch zum russichen Eingreifen in Syrien geäußert. Moskau habe mindestens fünf Kampfjets und "hochentwickeltes Militärmaterial" an Assad geliefert. Nun stelle sich die Frage nach der langfristigen Intention Moskaus.

Die in den vergangenen Tagen in Syrien eingetroffenen russischen Kampfflugzeuge sollen nach den Worten von US-Außenminister John Kerry offenbar den dortigen russischen Luftwaffenstützpunkt schützen. "Ja, sie haben die Zahl der Fluggeräte erhöht (...) aber im Moment denken unsere Militärs und die meisten unserer Experten, dass das Niveau und die Art (der Flugzeuge) eine Schutzkraft darstellen", sagte Kerry bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Washington.

Zugleich räumte er ein, es gebe einige Flugzeuge, bei denen sich die Frage nach den "langfristigen Intentionen" der Russen stellen könnte. Zuvor hatte eine ranghohe Quelle der syrischen Armee erklärt, Moskau habe mindestens fünf Kampfjets, Aufklärungsflugzeuge und "hochentwickeltes Militärmaterial" für den Kampf gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) geliefert. Demnach trafen die Waffen bereits am Freitag auf einer Militärbasis in der Provinz Latakia ein und wurden unter anderem in den Städten Deir Essor und Raka eingesetzt.

Terrormiliz IS sprengt Gefängnis des Assad-Regimes FOTO: ap

Derweil berichtete das Fachmagazin "IHS Jane's International Defence Review" unter Berufung auf Satellitenbilder, Syrien bereite zwei neue Stützpunkte nördlich des Flughafens von Latakia vor, um dort möglicherweise russische Militärverstärkung unterzubringen. Auf Bildern sei zu sehen, dass am Waffenlagerhaus Istamo sowie am Militärkomplex Al-Sanobar unter anderem neue Gebäude gebaut würden und das Gelände gepflastert werde, erklärte der Chef des Magazins, Robert Munks. Zudem gebe es dort dieselben Zelte, wie sie vom russischen Militär benutzt würden.

Munks stellte ferner eine "substanzielle Erhöhung" der russischen Kampfjets am Flughafen Latakia fest, die auf Satellitenbildern von Montag zu sehen seien. Dies deute auf den "schnellen Aufbau der russischen Kampffähigkeiten" in Syrien hin. Unter anderem befänden sich vier Mehrzweckkampfjets vom Typ Su-30SM, zwölf Bodenkampfflugzeuge vom Typ Su-25 und zwölf Frontbomber vom Typ Su-24M in Syrien.

(AFP)
 
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