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Syrien
Kämpfe in Aleppo gehen trotz angekündigter Waffenruhe weiter

Syrien: Kämpfe in Aleppo gehen trotz angekündigter Waffenruhe weiter
Die Kämpfe in Aleppo gehen weiter - so wie hier auf dem Bild von Anfang August FOTO: afp
Damaskus . Drei Stunden Feuerpause hatte Russland den leidgeprüften Einwohnern Aleppos versprochen. Aber wie so oft zuvor verfolgen die Kriegsparteien ihre eigene Agenda.

Die Kämpfe in Aleppo gehen trotz der von Russland angekündigten Feuerpause weiter. Mehrere Male nach dem eigentlichen Start der Waffenruhe um 10.00 Uhr Ortszeit (9.00 Uhr/MESZ) schlugen Granaten in den Rebellengebieten Aleppos ein. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die anhaltende Gewalt. "Bis jetzt haben wir Berichte, dass der Beschuss und die Kämpfe weitergehen", sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman.

Moskau hatte am Mittwoch angekündigt, ab Donnerstag würden jeweils von 10.00 bis 13.00 Uhr Ortszeit (9.00 und 12.00 Uhr MESZ) alle Kämpfe sowie Artillerie- oder Luftangriffe eingestellt. Damit solle Zeit für die humanitäre Versorgung der Bevölkerung geschaffen werden. Ein Aktivist in Aleppo bezeichnete die russischen Ankündigungen nach der Fortsetzung der Gewalt als "Propaganda" und "Lüge".

UN wollen längere Pausen

Aleppo gilt als das umkämpfteste Schlachtfeld im syrischen Bürgerkrieg. Die Stadt ist zwischen dem Regime und verschiedenen Rebellengruppen aufgeteilt. Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe. Seit Tagen gibt es kein fließendes Wasser in der Stadt. Kranke und Verwundete können kaum noch medizinisch versorgt werden.

Nach den Worten von UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien reicht die von Russland angekündigte dreistündige Waffenruhe ohnehin nicht aus, um der Bevölkerung zu helfen. Feuerpausen von mindestens 48 Stunden seien nötig, um Hilfsgüter auf Lastwagen zu laden, diese nach Aleppo zu transportieren und Menschen aus der Stadt in Sicherheit zu bringen.

Mitte Juli gelang es Regierungstruppen, den Belagerungsring um die noch von Rebellen gehaltenen Stadtteile zu schließen. Am Samstag kämpfte ein islamistisch geführtes Rebellenbündnis von Südwesten kommend einen neuen Korridor frei. Der liegt aber weiter unter Beschuss. Damit sind nur kleinere Hilfslieferungen möglich.

(crwo/dpa)
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