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Syrien
Luftangriffe auf Rebellenstadt Idlib fordert erneut viele Opfer

Syrien: Luftangriffe auf Rebellenstadt Idlib fordert erneut viele Opfer
Retter bringen Verletzte in Idlib aus der Gefahrenzone. FOTO: afp
Idlib/Beirut. Bei Luftangriffen im Nordwesten Syriens sind in der Nacht zum Dienstag mindestens 23 Menschen gestorben. Unter den Opfern in der Provinzhauptstadt Idlib seien auch sieben Kinder, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Die Stadt wird von einem Bündnis mit überwiegend extremistischen Islamisten kontrolliert, darunter auch Kämpfer des syrischen Al-Qaida-Ablegers Al-Nusra. Die Menschenrechtler sowie örtliche Rettungshelfer gehen davon aus, dass die insgesamt zehn Luftschläge von russischen Kampfjets ausgeführt wurden.

Mindestens ein Krankenhaus sei beschädigt worden, in dem sich die Opfer aufgehalten hätten, teilte ein Aktivistennetzwerk, die sogenannten Lokalen Koordinationskomitees, mit. Die Angriffe lösten neue Gefechte aus. Nach dem frustrierten Rücktritt des Chefunterhändlers der Opposition bei den Genfer Friedensgesprächen, Mohammed Allusch, ist es ein weiterer Rückschritt auf dem Weg zu einer Beruhigung der Lage in Syrien.

Die auf Rettungseinsätze spezialisierte sogenannte Zivilverteidigung meldete eine höhere Opferzahl. Dutzende Menschen seien getötet und Hunderte verletzt worden, als Luftangriffe mehrere Krankenhäuser beschädigt hätten, erklärte die Oppositionsgruppe.

Idlib liegt im Nordwesten Syriens. Das islamistische Bündnis Dschaisch al-Fatah (Armee der Eroberung) hat die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im vergangenen Jahr erobert und sich damit einen Ausgangspunkt für Vorstöße auf Hochburgen der Regierung von Präsident Baschar al-Assad an der Mittelmeerküste und nach Damaskus verschafft. Zum Teil erfolgte die russische Militärintervention zugunsten Assads wegen dieser akuten Bedrohung.

Dschaisch al-Fatah besteht aus ultrakonservativen Aufständischen und Rebellengruppen und wird von Al-Kaidas syrischem Ableger, der Nusra-Front, angeführt. Nach Angaben der Beobachtungsstelle reagierte das islamistische Bündnis mit Beschuss auf die nahegelegenen belagerten Städte Fua und Kefraja. Die beiden Gemeinden gelten als regierungsloyal.

Am Vortag war Chefunterhändler Allusch von den Genfer Gesprächen mit der Regierung zurückgetreten. Er warf der internationalen Gemeinschaft dabei vor, sich nicht ernsthaft um eine Lösung des seit mehr als fünf Jahren tobenden Bürgerkriegs in Syrien zu scheren.

(felt/ap/dpa)
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