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Bürgerkrieg in Syrien
Rebellen lassen Raketenhagel auf West-Aleppo niedergehen

Syrien: Rebellen lassen Raketenhagel auf West-Aleppo niedergehen
Ein selbstgebauter Raketenwerfer der Jaish al-Fatah feuert sein Geschoss ab. FOTO: afp
Damaskus. Mit einem massiven Raketen- und Gratenenbeschuss des Westteils von Aleppo haben syrische Rebellen versucht, ihre Belagerung durch Regierungstruppen zu durchbrechen.

Mindestens 15 Zivilisten seien dabei getötet und mehr als 100 weitere verletzt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag mit. Der Westteil der umkämpften Großstadt wird vom Regime beherrscht. Die Rebellen kontrollieren den Ostteil, wo nach Schätzungen der Vereinten Nationen bis zu 300.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten sind.

Zunächst hätten drei mit Sprengstoff ausgerüstete Autos versucht, den Belagerungsring der syrischen Armee zu durchbrechen, sagten die Beobachter. An der Offensive nehmen nach eigenen Angaben zahlreiche islamistische Gruppierungen teil.

Belagerung nicht durchbrochen

Am Freitag rückten die Rebellen im Südwesten Aleppos vor, ohne die Belagerung jedoch zu durchbrechen. Sie griffen dabei auch eine Militärbasis und den Flughafen von Aleppo an. Aktivisten berichteten davon, im Ostteil der Stadt Autoreifen angezündet zu haben, um die russischen und syrischen Luftangriffe zu erschweren.

Das Regime in Damaskus hält an einer Rückeroberung der strategisch wichtigen Stadt Aleppo fest. "Wir werden im Kampf gegen den Terrorismus unsere Kräfte nicht reduzieren", sagte Syriens Außenminister Walid al-Muallim am Freitag nach einem Treffen in Moskau. "Wir werden Aleppo befreien und die Stadt wieder vereinen."

In Moskau trafen sich die Außenminister von Russland, Syrien und dem Iran, um über das weitere Vorgehen in dem Krieg zu beraten. Es war das erste Treffen seit dem militärischen Eingreifen Russlands in Syrien vor gut einem Jahr.

"Terroristen müssen erledigt werden. Während unsere westlichen Partner nur in Worten gegen den Terror kämpfen, werden wir die Sache in der Praxis zu Ende führen", sagte Russlands Außenminister Lawrow der Agentur Interfax zufolge. Fragen der Versorgung der Bevölkerung in Aleppo und einer Wiederbelebung des Friedensprozesses sollten parallel gelöst werden.

Russische und syrische Kampfjets hätten seit zehn Tagen eine zehn Kilometer breite Zone um Aleppo nicht angeflogen, sagte derweil Sergej Rudskoj vom Generalstab in Moskau am Freitag. Da die Kämpfe weitergingen, habe das Militär Präsident Wladimir Putin um die Erlaubnis gebeten, wieder Angriffe auf Rebellen im Osten Aleppos zu fliegen, sagte Rudskoj der Agentur Tass zufolge.

Die Führung in Damaskus bezeichnet alle Regimegegner pauschal als Terroristen. Lawrow sagte, er sehe keine Möglichkeit, dass extremistische islamistische Gruppen und die sogenannte gemäßigte Opposition in Aleppo sich trennen ließen.

(felt/dpa)
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