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Chemiewaffenexperten in Syrien
Russland und Syrien blockieren Zugang nach Duma für OPCW

Syrien: Russland und Syrien blockieren Zugang nach Duma für OPCW
Menschen stehen vor den zerstörten Gebäuden in Duma - dem Ort, in dem es angeblich einen Giftgasangriff gegeben haben soll. FOTO: dpa, HM wal kno
Den Haag . Die Experten der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) haben noch keinen Zugang zum Schauplatz des mutmaßlichen Giftgasangriffs im syrischen Duma. Russland und Syrien haben den am Samstag in Damaskus eingetroffenen Experten unter Verweis auf "Sicherheitsprobleme" den Zugang noch nicht erlaubt.

Das sagte der Leiter der OPCW, Ahmet Üzümcü, am Montag bei einer Dringlichkeitssitzung in Den Haag. Zuvor hatte London dies bereits mitgeteilt. Die Experten der OPCW sollten am Sonntag mit ihren Untersuchungen in Duma beginnen, trafen sich stattdessen jedoch mit Behördenvertretern in ihrem Hotel in Damaskus. Über ihren Zeitplan wurde eine strikte Nachrichtensperre verhängt.

Russland: OPCW darf Mittwoch nach Duma

Am Montagabend wurde bekannt: Die OPCW-Experten sollen am Mittwoch ins syrische Duma reisen können. Dies wurde bei einer Pressekonferenz in der russischen Botschaft am OPCW-Sitz in Den Haag mitgeteilt. Ein ranghoher russischer Vertreter sagte während der Pressekonferenz, die Straßen nach Duma müssten erst noch von Minen geräumt werden.

Der Westen macht die syrische Staatsführung für den mutmaßlichen Giftgasangriff vom 7. April in der Stadt Duma in der einstigen Rebellenenklave Ost-Ghuta verantwortlich. Bei der Attacke wurden nach Angaben von Helfern mehr als 40 Menschen getötet.

In der Nacht zum Samstag hatten die Streitkräfte der USA, Frankreichs und Großbritanniens Ziele in Syrien mit Raketen angegriffen. Nach Angaben aus Washington und Paris richteten sich die Angriffe gegen Einrichtungen zur Chemiewaffen-Produktion.

Unterdessen verdächtigte der US-Vertreter bei der OPCW Russland, in Duma Beweise manipuliert zu haben. "Wir gehen davon aus, dass die Russen vermutlich den Angriffsort besucht haben", sagte Ken Ward bei der Dringlichkeitssitzung in Den Haag. Die USA seien "besorgt", dass sie dort Dinge getan hätten, um die Ermittlungen der OPCW zu behindern.

(felt/AFP)
 
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