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Syrien
Russland will Angriffe auf Aleppo kurz unterbrechen

Moskau. Aleppo wird schwer bombardiert. Am Donnerstag soll die syrische Stadt für acht Stunden Ruhe bekommen: Die Streitkräfte Syriens und Russlands werden einem Agenturbericht zufolge ihre Angriffe vorübergehend einstellen.

Es handle sich um eine "humanitäre Pause", berichtete Interfax am Montag unter Berufung auf die russische Armee. Demnach soll das Feuer für acht Stunden eingestellt werden. Die Aufständischen könnten den Osten der Stadt über zwei Korridore verlassen. Die Rebellen seien aufgerufen, die entsprechenden Verbindungen, die zu den Routen führten, von Minen zu räumen.

Vorschlag trifft auf Misstrauen

US-Außenministeriumssprecher Mark Toner sagte indes, es sei zwar eine gute Sache, die Bombardierung der Rebellengebiete im Osten der nordsyrischen Metropole für acht Stunden zu unterbrechen. Das sei aber zu wenig und komme zu spät. Die Menschen in Aleppo seien nahezu ununterbrochen beschossen und bombardiert worden. Die Infrastruktur sei zerstört, die Bevölkerung am Verhungern.

Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin Tschurkin sagte, vor einer längeren Waffenruhe müsse verhandelt werden. Er drängte erneut auf eine Trennung der radikalen Gruppe Fatah al-Scham von den übrigen Rebellen. Militärexperten der USA, Russlands, Saudi-Arabiens, Katars und der Türkei wollten über das Problem sprechen. Fatah al-Scham müsse Aleppo verlassen oder werde geschlagen. Wenn dies geschehen sei, könnten die moderaten Rebellen und die Regierung einen Waffenstillstand vereinbaren.

Zusagen machte Russland allerdings nicht. Westliche Beobachter mutmaßen, dass Moskau eine Waffenruhe so lange hinauszögern will, bis Aleppo erobert ist.

Attacken gehen weiter

Bei Luftangriffen auf Rebellengebiete im Norden Syriens sind Aktivisten zufolge am Montag mindestens 35 Zivilisten getötet worden. Demnach starben mindestens 23 Menschen, als Kampfjets den Ort Uweidschil westlich der umkämpften Stadt Aleppo bombardierten, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag mitteilte. Aktivsten aus der Region machten russische Jets für den Angriff verantwortlich. Dafür gab es keine unabhängige Bestätigung.

Im Ostteil Aleppos, der von Rebellen gehalten wird, starben als Folge von Luftangriffen zugleich mindestens zwölf Zivilisten. Unter den Todesopfern seien mindestens fünf Kinder, teilten die Menschenrechtler sowie Helfer mit. Die Angriffe seien von syrischen Truppen mit russischer Unterstützung geflogen worden, hieß es.

Kinder immer wieder Opfer

Die Weißhelme sprachen von 14 Toten, acht von ihnen Kinder. Ein Sprecher der Hilfsorganisation, die in der umkämpften Stadt nach Angriffen Überlebende sucht, sagte der Deutschen Presse-Agentur, es seien besonders schwere Bomben eingesetzt worden. "Wir nennen sie Erdbeben, weil sie so viel Krach machen und so große Schäden anrichten", fügte Sprecher Ibrahim al-Hadsch an.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle sind seit dem Ende der kurzen Waffenruhe im September in Aleppo und Umgebung bereits 702 Zivilisten getötet worden, darunter 141 Kinder.

Die russischen und syrischen Streitkräfte bombardieren seit Wochen die Rebellen in Aleppo. Vor allem der Westen wirft den Regierungen in Moskau und Damaskus vor, dabei auch viele zivile Opfer in Kauf zu nehmen. Russland und Syrien weisen dies zurück.
 

(felt/dpa/REU)
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