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Giftgasangriff in Syrien
Türkische Tests bestätigen Sarin-Einsatz

Syrien: Türkische Tests bestätigen Giftgasangriff
Nach dem mutmaßlichen Gasangriff in der syrischen Provinz Idlib am 4. April atmet ein Mitarbeiter des Zivilschutzes Sauerstoff durch eine Gasmaske. FOTO: rtr, CK/KAT
Beirut . Bei dem Angriff in der nordsyrischen Provinz Idlib vergangene Woche ist nach türkischen Untersuchungen der Kampfstoff Sarin eingesetzt worden. Zudem fordern die USA und westliche Verbündete den UN-Sicherheitsrat zu einer Resolution zu dem Angriff auf. 

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, erklärte Akdag, Urinproben von Opfern hätten bestätigt, dass sie dem Nervengas ausgesetzt worden seien. Einige Verletzte waren nach dem Angriff über die Grenze in die Türkei gebracht worden. Mehr als 80 Menschen wurden bei dem Angriff getötet.

Drei Leichen wurden in der Türkei obduziert. Auch Fachleute der Weltgesundheitsorganisation und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen waren bei den Autopsien zugegen.

Derweil wollen die USA gemeinsam mit einigen Verbündeten im UN-Sicherheitsrat eine Resolution zum Syrien-Konflikt verabschieden lassen, in der eine Untersuchung des mutmaßlich von Regierungstruppen verübten Giftgasangriffs gefordert wird. Den entsprechenden Entwurf brachten die USA zusammen mit Frankreich und Großbritannien in das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen ein, wie der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft am Dienstag beim Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte.

Darin wird nach seinen Angaben eine "vollständige Kooperation" bei der Untersuchung des Angriffs verlangt. Die Regierung von Machthaber Baschar al-Assad bestreitet, chemische Waffen eingesetzt zu haben. Erste Initiativen für eine Resolution zu dem Angriff waren in der vergangenen Woche im Sicherheitsrat am Widerstand Russlands gescheitert. Moskau steht Assad im syrischen Bürgerkrieg militärisch zur Seite.

Bei dem mutmaßlichen Einsatz des Nervengases Sarin in der von Rebellen kontrollierten Stadt Chan Scheichun waren vor einer Woche mindestens 87 Menschen getötet worden, darunter zahlreiche Kinder. Als Reaktion auf diesen Angriff hatte US-Präsident Donald Trump am Donnerstag dutzende Tomahawk-Präzisionsraketen auf einen Stützpunkt der syrischen Luftwaffe abfeuern lassen.

 

(kess/ap)
 
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