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Explosion in Damaskus
Syrien wirft Israel Angriff auf Militärposten vor

Syrien wirft Israel Angriff auf Militärposten in Damaskus vor
Die Aufnahme soll den Luftangriff in Damaskus zeigen. FOTO: rtr, CK/ems
Damaskus. Am Donnerstagmorgen hat eine Explosion den Flughafen von Damaskus erschüttert. Syrien warf Israel daraufhin vor, einen "Militärposten" mit Raketen angegriffen zu haben. Dafür gab es zwar keine Bestätigung. Aber Israels Regierung stritt die Verantwortung auch nicht ab. 

"Ein Militärposten südwestlich des internationalen Flughafens von Damaskus wurde bei Sonnenaufgang heute zum Ziel einer israelischen Aggression unter Einsatz mehrerer Raketen, die von besetztem Gebiet abgefeuert wurden", meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf Militärkreise. Der Angriff habe "Sachschaden" verursacht.

Unklar blieb, ob es sich um eine Stellung der syrischen Armee handelte. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte zuvor erklärt, dass wahrscheinlich ein Munitionsdepot der libanesischen Hisbollah-Miliz beim Flughafen getroffen worden sei. Die schiitische Miliz kämpft im syrischen Bürgerkrieg auf Seiten der Truppen von Machthaber Baschar al-Assad.

"Im Einklang mit der israelischen Politik"

Der Hisbollah-Sender Al-Manar meldete seinerseits, dass die Explosion sich in einem Treibstofflager und einem Lagerhaus ereignet habe. Al-Manar vermutete ebenfalls einen israelischen Luftangriff. Seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs hat Israel immer wieder Ziele in Syrien bombardiert, darunter Waffenlieferungen für die Hisbollah.

Der israelische Geheimdienstminister Jisrael Katz bestätigte nicht direkt, dass Israel für den Angriff verantwortlich war. Er sagte jedoch im Militärradio, der Vorfall sei "im Einklang mit der israelischen Politik", die darin bestehe, die Lieferung hoch entwickelter Waffen aus dem Iran an die Hisbollah zu verhindern. Wenn Israel Informationen dazu habe, "handele" es.

Ein Einwohner von Damaskus, von dessen Wohnung der Flughafen zu sehen ist, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe gegen 04.00 Uhr eine enorme Explosion gehört und einen riesigen Feuerball in der Richtung des Flughafens gesehen. Der Strom sei ausgefallen, so dass es stockdunkel war und der Feuerball klar zu sehen gewesen sei, sagte der 47-jährige Maytham.

Angriffe auf Waffenkonvois und Munitionsdepots

Die Hisbollah ist ein wichtiger Verbündeter des Iran, der die islamistische Bewegung seit langem mit Geld und Waffen unterstützt. Israel führte zuletzt im Sommer 2006 Krieg gegen die Hisbollah, dem 1200 Menschen im Libanon zum Opfer fielen, die meisten von ihnen Zivilisten. Auf israelischer Seite wurden 160 Menschen getötet, der Großteil davon Soldaten.

Israel flog in den vergangenen Jahren wiederholt Angriffe auf Waffenkonvois und Munitionsdepots der Hisbollah in Syrien. Berichte über derartige Angriffe werden von Israel in der Regel weder bestätigt noch dementiert. Im März verkündete Israel aber, mehrere Angriffe auf "hoch entwickelte Waffen" der Hisbollah nahe der Wüstenstadt Palmyra geflogen zu haben. Syrien feuerte daraufhin mehrere Raketen auf Israel ab.

(AFP/wer)
 
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