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Angriffe auf Kurden
Syrische Kampfjets ignorieren erneut US-Warnung

Syrische Kampfjets ignorieren erneut US-Warnung
Explosionen in Syrien. (Archivbild) FOTO: dpa, as cs
Hassaka. Trotz einer US-Warnung sind syrische Kampfflugzeuge erneut Einsätze gegen kurdische Stellungen in Hassaka geflogen. Erst am Donnerstag hatten US-Jets gegen einen ähnlichen Einsatz interveniert 

Flugzeuge der syrischen Luftwaffe waren die ganze Nacht und bis in die frühen Morgenstunden über der Stadt im Nordosten Syriens zu hören, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag mitteilte. Allerdings konnte die oppositionsnahe Organisation in Großbritannien nicht sagen, ob die Flugzeuge dabei auch Bomben abwarfen.

Die syrische Luftwaffe hatte am Donnerstag erstmals Luftangriffe auf Stellungen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Hassaka geflogen, nachdem sich am Mittwoch die YPG-Miliz und syrische Regierungstruppen Kämpfe geliefert hatten. In Hassaka gab es bislang eine friedliche, wenn auch spannungsvolle Koexistenz zwischen kurdischen Kräften und den Truppen von Machthaber Baschar al-Assad.

Nach dem Einsatz der syrischen Luftwaffe gegen die kurdischen Milizen intervenierte die US-Luftwaffe am Donnerstag mit eigenen Kampfflugzeugen, um die an der Seite der kurdischen Milizen eingesetzten US-Militärberater zu schützen. Zwar trafen sie laut der Beobachtungsstelle die syrischen Kampfjets nicht mehr an, doch war es das erste Mal, dass die US-Luftwaffe direkt auf eine Aktion der syrischen Luftwaffe reagierte.

Das US-Verteidigungsministerium erklärte am Freitag, mit dem Einsatz hätten die US-Streitkräfte klar machen wollen, dass sie Angriffe auf die "Koalitionskräfte" nicht hinnehmen würden. Es warnte die syrischen Regierungstruppen, die "Koalitionskräfte" nicht in Gefahr zu bringen. Die YPG-Miliz ist ein wichtiger Verbündeter der US-geführten Militärkoalition im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Die Beobachtungsstelle teilte derweil mit, bei den Kämpfen um Aleppo seien seit Beginn einer Rebellenoffensive am 31. Juli 442 Zivilisten getötet worden. Den für Medien kaum überprüfbaren Angaben der oppositionsnahen Organisation mit Sitz in Großbritannien zufolge starben 168 Zivilisten in den von Rebellen kontrollierten Gebieten, 165 in den Stadtteilen unter Kontrolle der Regierung und 109 weitere im Umland der zweitgrößten syrischen Stadt.

(AFP)
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