Die Proteste gegen die Präsidentenwahl in Iran halten an, seit Tagen ist das Land in Aufruhr. Wir zeigen die wichtigsten Ereignisse seit der umstrittenen Wahl im Überblick.
Freitag, 12. Juni: Mehr als 46 Millionen Wahlberechtigte sind zur Präsidentschaftswahl aufgerufen. Amtsinhaber Ahmadinedschad strebt eine zweite Amtszeit an. Kurz nach Schließung der Wahllokale erklärt sich sein größter Konkurrent Mir-Hossein Mussawi zum Sieger.
Samstag, 13. Juni: Nun erklärt sich auch Ahmadinedschad zum Wahlsieger. Wenig später verkündet das Innenministerium das offizielle Ergebnis, wonach Ahmadinedschad mit 63 Prozent der Stimmen deutlich gegen Mussawi mit 34 Prozent gewonnen hat. Mussawi prangert zahlreiche Unregelmäßigkeiten an. Seine Anhänger gehen in Teheran auf die Straße, es kommt zu den heftigsten Zusammenstößen mit Sicherheitskräften seit zehn Jahren.
Sonntag, 14. Juni: Die Polizei gibt 170 Festnahmen vom Vortag bekannt. Ahmadinedschad lässt sich in Teheran auf einer Massenkundgebung feiern. Ayatollah Chamenei trägt dem Wächterrat auf, Mussawis Vorwürfe der Unregelmäßigkeiten zu prüfen. Das harte Vorgehen gegen die Demonstranten und der umstrittene Wahlausgang rufen im Ausland Kritik und Sorge hervor.
Montag, 15. Juni: In Teheran protestieren hunderttausende Regierungsgegner trotz eines Demonstrationsverbots. Mussawi tritt auf der Kundgebung erstmals seit der Wahl öffentlich auf. Der Wächterrat erklärt, die Vorwürfe der unterlegenen Präsidentschaftskandidaten gegen den Wahlverlauf zu prüfen.
Dienstag, 16. Juni: Das Staatsradio berichtet von sieben Toten bei den Unruhen am Montag; laut Opposition gab es mehr Opfer. Chamenei stellt eine teilweise Neuauszählung der Stimmen in Aussicht. Anhänger und Gegner Ahmadinedschads gehen in Teheran massenhaft auf die Straßen, auch in anderen Städten gibt es Proteste. Die iranische Führung legt ausländischen Journalisten weitgehende Beschränkungen auf.
Donnerstag, 18. Juni: Die unterlegenen Präsidentschaftskandidaten legen dem Wächterrat eine Beschwerde gegen die Wahl mit 646 Punkten vor. In Teheran tritt Mussawi vor zehntausenden Menschen auf.
Freitag, 19. Juni: Chamenei erklärt während der Freitagspredigt Ahmadinedschad zum klaren Wahlsieger. Die Opposition warnt er scharf vor weiteren Protesten.