Trotz scharfer US-Kritik: Taiwan hält an Referendum gegen China fest
zuletzt aktualisiert: 10.12.2003 - 07:13Taipeh (rpo). Trotz der ungewöhnlich scharfen Kritik durch die US-Regierung hält Taiwans Präsident Chen Shui Bian an dem geplanten "Verteidigungsreferendum" gegen China fest.
"Das Referendum dient der Abwendung von Krieg und hilft, das taiwanische Volk von Angst zu befreien", sagte Chen am Mittwoch. Zudem diene die für den Tag der Präsidentschaftswahl anberaumte Abstimmung dem Erhalt des Status quo.
US-Präsident George W. Bush hatte Chen am Vortag ungewöhnlich scharf für dessen Unabhängigkeitsbestrebungen kritisiert.
Bush äußerte sich nach dem Treffen mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao in Washington zwar nicht direkt zu dem geplanten Referendum. Er sagte jedoch, er sei gegen alle "einseitigen Schritte Taiwans oder Chinas, die den derzeitigen Status verändern".
In dem Referendum sollen die Bürger Taiwans am 20. März entscheiden, ob China aufgefordert werden soll, seine mehreren hundert auf Taiwan gerichteten Raketen abzubauen. In Taiwan wurde erst kurz zuvor ein Gesetz verabschiedet, das Referenden erlaubt, wenn die Souveränität der Insel ernsthaft bedroht ist.
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