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Geiseldrama in Afghanistan: Taliban bereit zu Verhandlungen mit Südkorea

zuletzt aktualisiert: 02.08.2007 - 14:51

Ghasni/Seoul (RPO). Im Geiseldrama um die 21 in Afghanistan verschleppten Südkoreaner haben die radikalislamischen Taliban zum ersten Mal ihre Bereitschaft zu direkten Verhandlungen mit Südkorea signalisiert. Es werde ein Treffen zwischen Taliban und südkoreanischen Diplomaten angestrebt, erklärte ein afghanischer Gouverneur.

Taliban-Sprecher Jussuf Ahmadi zufolge benannte der Rat der Taliban-Führer eine Delegation. Der Gouverneur der Provinz Ghasni, Miradschuddin Pattan, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag, es sei ein Treffen südkoreanischer Diplomaten mit den Taliban geplant.  Südkorea bestätigte diese Angaben zunächst nicht. Das Land will die USA um Hilfe bei der Beendigung der Krise bitten. Seoul und Washington schlossen jedoch einen Militäreinsatz zur Befreiung der Geiseln aus.

Über die Bedingungen und den Ort des Treffens werde noch beraten, sagte Pattan. Das Treffen werde auf Wunsch der Südkoreaner organisiert, nachdem Verhandlungen der Islamisten mit afghanischen Unterhändlern ergebnislos verlaufen waren.

Die Taliban bestehen auf einem Gefangenenaustausch: Sie fordern die Freilassung von Gesinnungsgenossen aus afghanischer Haft und wollen dafür südkoreanische Geiseln freilassen. Kabul hat jedoch einen Austausch ausgeschlossen.

Die Taliban hatten am Mittwoch nach Ablauf des vorerst letzten in einer ganzen Reihe von Ultimaten gedroht, weitere Geiseln zu töten. In den vergangenen Tagen hatten sie bereits zwei Männer aus der Gruppe ermordet.

Südkorea fordert indes "Flexibilität" bei den Verhandlungen zur Lösung der Krise; acht südkoreanische Abgeordnete reisten nach Washington, um dort für Unterstützung für einen Gefangenenaustausch zu werben. Sie wollten in den USA um Kooperation ersuchen, sagte Chang Young Dal von der regierenden Uri-Partei. Er rechnete unter anderem mit einer Zusammenkunft mit dem Staatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten, Nicholas Burns.

Vor der US-Botschaft in Seoul begannen Bürgerrechtler mit einem Hungerstreik. Jeder wisse, dass die USA eine Schlüsselrolle bei der Lösung der Geiselkrise hätten, sagte einer der Streikenden: "Mein Ziel ist es, auf ein direktes Eingreifen der USA mit allen erdenklichen Mitteln zu drängen - einen Gefangenenaustausch inbegriffen."

Unterdessen traf der Leichnam des zuletzt getöteten 29-jährigen Südkoreaners Shim Sung Min am Incheon-Flughafen von Seoul ein, wo er von einem Bruder, Freunden und Ärzten erwartet wurde. Andere Angehörige warteten in einem Krankenhaus in Bundang, wohin der Tote gebracht werden sollte.

Beide Länder schlössen einen Militäreinsatz zur Geiselbefreiung aus, sagte Südkoreas Außenminister Song Min Soon nach einem Treffen mit US-Vizeaußenminister John Negroponte am Rande des ASEAN-Forums in Manila. Der Staatssekretär im US-Außenamt, Christopher Hill, sagte: "Wir haben nicht über einen Militäreinsatz gesprochen."


 
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