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Afghanistan
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Afghanistan: Taliban drohen mit neuer Gewalt bei Stichwahl

zuletzt aktualisiert: 24.10.2009 - 17:36

Kabul (RPO). Die Stichwahl in Afghanistan droht von neuer Gewalt begleitet zu werden. Zum offiziellen Wahlkampfbeginn am Samstag riefen die Taliban zum Boykott der Abstimmung am 7. November auf. Jeder, der dennoch hingehe, trage "selbst die Verantwortung für sein Handeln", hieß es in einer Erklärung der Islamisten.

Die Stichwahl zwischen Amtsinhaber Hamid Karsai und Herausforderer Abdullah Abdullah sei ein "gescheiterter Prozess der USA". Deshalb werde man "Übergriffe auf den Feind starten und die Menschen an der Teilnahme hindern". Im Zuge der ersten Wahlrunde am 20. August hatten die Taliban zahlreiche Anschläge verübt, bei denen Dutzende Menschen ums Leben kamen.

Mindestens zwei Wählern wurden die Finger abgeschnitten, die nach der Abstimmung mit wasserunlöslicher Tinte markiert worden waren. Die Sicherheitsvorkehrungen im ganzen Land wurden inzwischen massiv verstärkt, um neue Zwischenfälle zu verhindern.

Karsais Sprecher Wahid Omar erklärte, die Stichwahl biete die einzige Gelegenheit, eine rechtlich legitimierte Regierung zu bekommen. Eine Teilung der Macht mit Abdullah, um die Abstimmung überflüssig zu machen, schloss er aus. Omar appellierte an die Taliban, die Wahl um der Einheit des Landes willen nicht zu stören. Zugleich verwies er auf die Zusage afghanischer und internationaler Truppen, für die notwendige Sicherheit zu sorgen.

Möglicher Boykott von Abdullah angedeutet

Verhindert werden sollen auch neue Wahlfälschungen. Nach der ersten Runde wurden Hunderttausende Stimmen für ungültig erklärt, woraufhin Karsai die absolute Mehrheit verlor, die ihm die Unabhängige Wahlkommission (IEC) schon zugeschrieben hatte. Die Anhänger Abdullahs verlangten am Samstag die Absetzung von drei Spitzenbeamten: Der IEC-Vorsitzende Asisullah Lodin, sein Stellvertreter Sekria Baraksai und der oberste Wahlbeamte Daud Nadschafi sollten wegen Voreingenommenheit für Karsai ihre Posten räumen.

IEC-Sprecher Nur Mohammed Nur wies die Vorwürfe zurück und nannte eine Neubesetzung zum gegenwärtigen Zeitpunkt verfassungsrechtlich unmöglich. Daraufhin gab es Spekulationen, dass sich Abdullah unter Protest aus der Stichwahl zurückziehen könnte. Sein Sprecher Fasel Santscharaki erklärte, die Entlassung der drei ranghöchsten Wahlbeamten sei unabdingbar für eine Teilnahme an der Stichwahl. Andere Anhänger Abdullahs wollten dieses Junktim nicht bestätigen.

Quelle: AP/tim

 
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