Sprengfallen und Heckenschützen: Taliban kämpfen um ihre Hochburg
zuletzt aktualisiert: 15.02.2010 - 14:58Kabul/Doha (RPO). Am dritten Tag ihrer Offensive in der Provinz Helmland versuchen afghanische und Nato-Truppen Fuß in der Taliban-Hochburg Mardschahh zu fassen. Dabei schlägt den Truppen wachsender Widerstand entgegen. Die Taliban lauern den Soldaten mit Sprengfallen und Heckenschützen auf. Mindestens sieben allierte Soldaten kamen bisher ums Leben.
Die Kämpfe gingen auch am Montag unvermindert weiter. Die Soldaten untersuchen indes Haus für Haus der Stadt, die auch als ein Zentrum des Opium-Handels in der Region gilt. Immer wieder wurden sie dabei von Heckenschützen beschossen. An mehreren Orten gab es Feuergefechte. Im Norden wurde eine Kolonne mit gepanzerten Fahrzeugen von mindestens drei verschiedenen Gruppen von Heckenschützen unter Feuer genommen.
Die Nato ist nach eigenen Angaben mit dem bisher Erreichten dennoch zufrieden. "Wir machen stetig Fortschritte. Aber die Gegend strotzt vor Sprengfallen, so dass wir die Straßen systematisch absuchen und sichern müssen", teilte Hauptmann Abraham Sipe von der amerikanischen Marineinfanterie einer Nachrichtenagentur per Email mit.
Gewalt auch in Nord-Waziristan
Bei einem mutmaßlichen US-Drohnenangriff in der pakistanischen Grenzregion Nord-Waziristan sind drei Aufständische getötet worden. Die Rakete sei auf ein Fahrzeug in einem Dorf östlich des Ortes Miranshah gefeuert worden, erklärten pakistanische Geheimdienstvertreter am Montag weiter.
In einigen Gegenden von Mardschah sei den Soldaten kaum Widerstand entgegengeschlagen. "Es gibt Gebiete mit heftigem Widerstand, aber die Marines rücken im ganzen Gebiet stetig vor." Sipe wollte sich nicht dazu äußern, wie viele Aufständische bisher getötet oder gefangen wurden.
Die Provinzregierung von Helmand sprach von zwölf toten Taliban-Kämpfern. "Bei den Bombardements in Mardschah kamen zwölf Taliban ums Leben", sagte ein Sprecher des Gouverneurs. Helmand ist die gewalttätigste Provinz in Afghanistan und Mardschah die letzte Hochburg der Taliban dort.
Der Erfolg der Offensive hängt davon ab, ob es den afghanischen Truppen gelingt, die zurückeroberten Gebiete später auch zu halten. Etliche Einheimische bezweifeln dies und haben die US-Truppen zum Bleiben aufgefordert.
Die Offensive in dem Opiumanbaugebiet hatte am Samstag begonnen und ist auf mehrere Wochen angelegt. Um zivile Opfer zu vermeiden, riet die Nato den Bewohnern von Mardschah, in ihren Häusern zu bleiben. Dennoch tötete eine Nato-Rakete am Sonntag zwölf Zivilisten.
15.000 Soldaten sind an dem Einsatz "Muschtarak" (Gemeinsam) beteiligt, darunter 4400 afghanische Soldaten. Ziel der größten Offensive seit dem Sturz des Taliban-Regimes vor neun Jahren ist, die Rebellen aus einem der größten Opium-Anbaugebiete der Welt zu vertreiben.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum