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Afghanistan: Taliban prahlen mit Hinrichtung von vier Geiseln

zuletzt aktualisiert: 13.03.2006 - 15:16

Berlin (rpo). Die Taliban in Afghanistan haben nach eigenen Angaben vier westliche Geiseln getötet. Die am Samstag entführten Geiseln waren als Mitarbeiter des Düsseldorfer Unternehmens Ecolog in der Krisenregion im Einsatz. Nach Angaben eines Firmensprechers befinden sich unter den Verschleppten keine Deutschen. Die angeblich hingerichteten Opfer sollen aus Mazedonien stammen. Vier afghanische Staatsangehörige wurden wieder freigelassen.

Vier der in der Provinz Helmand entführten Männer wurden wieder frei gelassen, wie der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Jäger, sagte. Alle seien afghanische Staatsangehörige. Vier weitere waren am Montag nach seinen Worten nach wie vor in der Gewalt der Entführer.

Die Männer wurden nach Angaben der afghanischen Behörden von den Taliban verschleppt. Die Firma Ecolog ist unter anderem mit der Entsorgung der Abwässer amerikanischer und afghanischer Kasernen betraut. Die Firma erklärte ungeachtet der Meldungen, wonach die vier noch Vermissten ermordet worden seien, sie unternehme alle Anstrengungen für die Sicherheit der Entführten.

Der Taliban-Sprecher Kari Mohammed Jussaf hatte zuvor in Kabul der Nachrichtenagentur AP gesagt, bei den Getöteten handele es sich um drei Albaner und einen Deutschen. Ihre Leichen seien zwischen den Provinzen Kandahar und Helmand an einer Straße abgelegt worden. Eine unabhängige Bestätigung für diese Aussage gab es nicht.

Der stellvertretende Gouverneur von Helmand, Amir Mohammed Achundsada, sagte, man werde die Behauptung untersuchen. Das Auswärtige Amt hatte bereits nach den ersten Meldungen über die Entführung erklärt, man könne nicht bestätigen, dass unter den Entführten ein Deutscher sei. Im vergangenen Monat waren zwei Ecolog-Mitarbeiter mazedonischer Nationalität im Südirak entführt und nach vier Tagen wieder freigelassen worden. Offen blieb, ob die von den Entführern verlangte eine Million US-Dollar Lösegeld gezahlt wurde.

Rund 300 Teilnehmer bei Mahnwache für deutsche Irak-Geiseln

Unterdessen nahmen am Montag in Leipzig rund 300 Menschen an einem Friedensgebet und einer Mahnwache für die im Irak entführten deutschen Ingenieure Thomas Nitzschke und René Bräunlich teil. In einer Ansprache erinnerte Nikolaikirchenpfarrer Christian Führer an den am Samstag in Bagdad ermordet aufgefundenen amerikanischen Friedensaktivisten Tom Fox. "Wer die reale Gefahr für die Entführten schon aus dem Auge verloren hatte, ist auf schreckliche Weise wieder daran erinnert worden", sagte Führer.

Der Geistliche nannte die Ermordung des Amerikaners "nicht nur furchtbar, sondern auch sinnlos." Fox habe im Irak Familien geholfen ihre Angehörigen zu finden, die in Gefängnissen des US-Militärs festgehalten würden. Die Ausweitung der Proteste gegen "die sinnlose Gewalt" sei notwendig. Führer forderte die Teilnehmer des Friedensgebets auf, sich in Unterschriftenlisten einzutragen, mit denen der Rückzug aller europäischen Truppen aus dem Irak gefordert wird.


 
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