Südkoreanischer Geiseln: Taliban verlängern Ultimatum
zuletzt aktualisiert: 23.07.2007 - 17:31Kandahar (RPO). Die Taliban haben ihr Ultimatum für die 23 entführten Südkoreaner um 24 Stunden verlängert. Dies kündigte Taliban-Sprecher Jussuf Ahmadi gegenüber der Nachrichtenagentur AFP an. Ihre Forderungen ließen die Taliban unverändert. 23 Häftlinge sollen freigelassen werden.
Das neue Ultimatum läuft nun am Dienstag um 16.30 Uhr MESZ ab. Bis dahin soll die afghanische Regierung 23 Taliban-Häftlinge freilassen. Ansonsten drohen die Geiselnehmer mit der Tötung der Südkoreaner. Außerdem soll Südkorea seine Soldaten aus Afghanistan abziehen.
Die Gruppe aus Südkorea, überwiegend Frauen, war am Donnerstag in der Provinz Ghasni verschleppt worden. Nur einen Tag zuvor waren in Wardak zwei Deutsche entführt worden. Einer von ihnen ist in der Geiselhaft gestorben, der zweite ist nach Angaben der Taliban am Leben. In ihrer vorerst letzten Forderung verlangten die Taliban als Bedingung für die Freilassung des Deutschen und von vier ebenfalls entführten Afghanen die Freilassung von zehn Gesinnungsgenossen.
Die Regierung in Seoul hat am Montag Reisen nach Afghanistan untersagt. Die afghanischen Behörden seien gebeten worden, keine Visa für Südkoreaner mehr auszustellen, sagte eine Sprecherin des südkoreanischen Außenministeriums. Die Kirche, der die Geiseln angehören, erklärte derweil, die Entführten seien in Afghanistan nicht missionarisch tätig gewesen, sondern hätten humanitäre Hilfe geleistet. "Es ist nicht richtig, dass unsere Aktivitäten als missionarische Arbeit missverstanden werden", sagte Bang Young Gyun, Pfarrer der Saemmul-Kirche in Bundang, südlich von Seoul.
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