Rassistischer Chef der BNP in BBC-Sendung: Talkshow-Auftritt bringt Rechtsextremen Zulauf
zuletzt aktualisiert: 24.10.2009 - 09:16London (RPO). Nach dem scharf kritisierten Auftritt des rechtsextremen britischen Politikers Nick Griffin in einer Sendung der BBC hat dessen Partei unerwartet hohen Zulauf bekommen. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die am Samstag in der Zeitung "The Daily Telegraph" veröffentlicht wurde, könnte sich jeder vierte Befragte vorstellen, die British National Party (BNP) zu wählen. Dies ziehen demnach 22 Prozent "ernsthaft" in Betracht; für vier Prozent kommt ein Votum für die BNP "ganz sicher" in Frage.
Der YouGov-Umfrage zufolge findet mehr als jeder zweite Befragte, dass die BNP "nicht ganz Unrecht" habe mit ihrer Aussage, dass die Regierung zu wenig tue, um die Interessen der "einheimischen, weißen Briten" zu schützen. Von ihnen hegten jedoch 43 Prozent keine Sympathie für die Partei selbst. Zwölf Prozent stimmten dagegen völlig mit der Linie der BNP überein.
9000 potenzielle neue Mitglieder
Die Partei teilte am Samstag mit, dass sich nach Ausstrahlung der Sendung 9000 Menschen in Mailinglisten oder als potenzielle Mitglieder registriert hätten. "Das ist genau das, was ich befürchtet und wovor ich gewarnt habe", sagte der für Wales zuständige Minister Peter Hain. Die BBC habe der BNP "das Geschenk des Jahrhunderts auf einem Tablett serviert".
Der Sender hatte die Einladung Griffins in die Show "Question Time" ("Fragestunde") am Donnerstagabend damit gerechtfertigt, unparteiisch sein zu wollen. Die BNP hatte bei den Europawahlen im Juni mehr als sechs Prozent der Stimmen erhalten und damit zwei Mandate im EU-Parlament gewonnen. Die Einladung Griffins als Gesprächsgast bei der BBC wie auch dessen Auftritt selbst sorgten in Großbritannien für eine hitzige Debatte. Mit acht Millionen Zuschauern hatte die Sendung ein dreimal so großes Publikum wie gewöhnlich.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum