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Nach monatelanger Eiszeit: Teheran zu Atomgipfel bereit

zuletzt aktualisiert: 01.10.2009 - 19:50

Genthold/New York (RPO). Der Iran hat sich am Donnerstag zu einer Wiederaufnahme der monatelang ausgesetzten Atomgespräche bereit erklärt. Es soll ein Gipfeltreffen zu dem Streit um das iranische Atomprogramm geben. Bei den Gesprächen in der Schweiz deutete Teheran nach EU-Angaben zudem die Bereitschaft an, in den kommenden Wochen internationale Inspektoren in seine neue Fabrik zur Urananreicherung zu lassen.

Irans Außenminister Manouchehr Mottaki äußerte sich bei der UN in New York zu den Gesprächen in der Schweiz.  Foto: AFP FILES, AFP
Irans Außenminister Manouchehr Mottaki äußerte sich bei der UN in New York zu den Gesprächen in der Schweiz. Foto: AFP FILES, AFP

Teheran wolle eine "Ausweitung des Dialoges über die Atomkraft und andere Themen auf die Gipfelebene der Weltmächte", erklärte der iranische Außenminister Manutschehr Mottaki am Donnerstag bei den Vereinten Nationen in New York.

US-Außenministerin Hillary Clinton bezeichnet die Gespräche als produktiv. Das Treffen am Donnerstag in der Nähe von Genf habe "das Tor geöffnet" für mögliche Fortschritte, was die Klarstellung der Absichten des iranischen Atomprogramms betreffe, sagte sie vor Journalisten in Washington.

Am Morgen hatten bei Genf Gespräche zwischen Teheran und Diplomaten der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands begonnen. Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana sagte nach dem Ende der Verhandlungen in Genthod bei Genf, die Gespräche sollten Ende Oktober fortgesetzt werden.

In einer Verhandlungspause kamen zum ersten Mal seit mehreren Jahren ranghohe Vertreter der USA und Teherans zu einem direkten Gespräch zusammen. Der amerikanische Staatssekretär William Burns und der iranische Chefunterhändler Said Dschalili hätten sich während einer Mittagspause getroffen, sagte ein US-Sprecher.

Westen gab sich moderat

Trotz der jüngsten Enthüllungen Teherans über den Bau einer bislang geheimen Urananreicherungsfabrik drohte der Westen nicht mit neuen Sanktionen. Diese stünden nicht auf der Agenda, erklärte der französische Außenminister Bernard Kouchner. Auch US-Präsident Barack Obama hat deutlich gemacht, vor einer etwaigen Verschärfung des Kurses die Lage erst in Ruhe analysieren zu wollen.

Der Iran müsse die Möglichkeit bekommen, seinen guten Willen zu zeigen, sagte Kouchner am Donnerstag in Moskau bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew. "Ich bin nicht fanatisch, was Sanktionen angeht", erklärte Kouchner vor dem Gespräch dem Sender Radio Moskau.

Der britische Außenminister David Miliband forderte die Regierung in Teheran auf, sich bei den Gesprächen kooperativ zu zeigen. "Unsere Botschaft an den Iran ist einfach: verwechselt Respekt nicht mit Schwäche", sagte Miliband beim Parteitag der Labour-Party.

Die iranische Regierung hat erklärt, in Genf gehe es um eine allgemeine Diskussion über Atomtechnik. Ein Verzicht auf die eigene Urananreicherung komme nicht infrage. Damit kann sowohl Brennstoff für Atomkraftwerke als auch das Material zur Herstellung einer Atombombe erzeugt werden.

Quelle: AP/awei

 
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