kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Iran Tehran ap 2009
  Foto: AP, AP
Kommentare ()

Neue Unruhen im Iran: Teherans Mutige marschieren wieder

zuletzt aktualisiert: 08.12.2009 - 10:55

Teheran (RPO). Ein halbes Jahr nach der umstrittenen Wahl im Iran ist die Opposition noch immer präsent. An der Universität von Teheran versammeln sich tausende Studenten zu Protestmärschen. Augenzeugen zufolge geht die berüchtigte Bassidsch-Miliz brutal gegen die jungen Leute vor. Da Medien aus dem Ausland nicht berichten dürfen, suchen die Studenten Öffentlichkeit im Internet.

Augenzeugen meldeten aus dem ganzen Land Proteste mit insgesamt mehreren zehntausend Teilnehmern. Rund um mehrere Universitäten kommt es zu Demonstrationen. Es waren die größten Oppositionsproteste seit mehreren Monaten. Zeugen berichteten in der Hauptstadt von Schüssen.

Vor den Zusammenstößen in Teheran war die Universität von tausenden Polizisten, Milizionären und Revolutionsgardisten umstellt worden, um Demonstrationen zu verhindern. Der Zaun des Geländes wurde mit Bannern beklebt, so dass von außen nicht zu erkennen war, was im Inneren passierte. Auch am Freitag versammlten sich in der Hauptstadt junge Demonstraten.

Verwackelte Bilder auf Youtbe

Da ausländsiche Medien an der Berichterstattung gehindert werden, nutzen die Studenten das Internet, um die Öffentlichkeit zu informieren. Allein beim Videoportal Youtube laufen stündlich neue Videos an. Die Aufnahmen sind verwackelt und wurden offenbar mit dem Handy aufgezeichnet. Zu sehen sind Menschenmengen, die grüne Schals und Fahnen schwenken und immer wieder "Tod dem Diktator" rufen. Ein anderer Film zeigt offenbar die Ankunft von Kräften der Bassidsch-Miliz, die auf Motorrädern zum Mittelpunkt der Kundgebung rasen. Ton ist kaum wahrzunehmen. Einige der Filme sind in englischer Sprache untertitelt.

Die Staatsmacht wird dieser Art der Berichterstattung kaum Herr. Zwar wurde rund um die Hochschulen das Handynetz gekappt und der Zugang zum Internet beschränkt. Kundigen Demonstranten gelingt es jedoch regelmäßig, diese Sperren zu umgehen.

Angst vor Schüssen und Toten

Ein Student sagte einer Nachrichtenagentur am Telefon, die Demonstranten riefen Slogans, versuchten aber, die Sicherheitskräfte nicht zu provozieren. "Wir fürchten, dass es zu Gewalt und zu Schüssen kommt. Wir haben Angst", berichtete der junge Mann am Telefon. Ihren Mut lässt sich die Mehrheit dennoch nicht nehmen. Die Proteste gehen weiter.

Der Aufruf zu den Demonstrationen am Nationalen Studententag war auf zahlreichen Websites veröffentlicht worden. Am 7. Dezember wird des Todes von drei Studenten gedacht, die während antiamerikanischen Protesten im Jahr 1953 ums Leben kamen. Traditionell finden an diesem Tag Kundgebungen statt, die seit einigen Jahren von der Reformbewegung für Proteste genutzt werden.

Mussawi erklärte unterdessen auf seiner Website, dass das klerikale Establishment immer mehr Glaubwürdigkeit verliere und die Studenten nicht zum Schweigen bringen könne. "Eine große Nation kann nicht still bleiben, wenn einige ihre Stimmen stehlen", sagte Mussawi.

Nach der von Manipulationsvorwürfen überschatteten Wahl vom 12. Juni war es zu Massenprotesten gekommen, die Millionen auf die Straße brachten. Die Sicherheitskräfte schlugen die Proteste nieder, zahlreiche Oppositionelle wurden verhaftet.

Quelle: AP/csi

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Wie die Politik den Fußball verändern will

Innenminister tagen

Wie die Politik den Fußball verändern will

Die Gewalt in und um Fußballstadien beschäftigt die Innenminister. Auf ihrer Tagung in Mecklenburg-Vorpommern wollen sie beraten, wie sich R ... mehr 

Was in Schröders Gesetzentwurf steht

Betreuungsgeld für Eltern

Was in Schröders Gesetzentwurf steht

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hat den Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld auf den ... mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

"Polnisches Todeslager"

Weißes Haus bedauert Obamas KZ-Versprecher

Das Weiße Haus hat sich für eine missglückte Äußerung von US-Präsident Barack Obama zu einem nationalsozialistischen Konzentrationslager in Polen entschuldigt, das der Staatschef als "polnisches Todeslager" bezeichnet hatte. mehr

 
 
 

US-Präsident bestimmt Ziele der Drohnenangriffe

Obama wacht persönlich über "Todesliste"

 

Diese Männer spalten Ägypten

Ein Islamist und ein Mubarak-Mann

 

Bundespräsident zu Gast in Israel

Gauck: Israel plant keinen Angriff gegen Iran

Top-Services