Treffen auf alternativer Klimakonferenz: Teilnehmer fordern "Klimatribunal"
zuletzt aktualisiert: 22.04.2010 - 10:56Cochabamba (RPO). Auf der alternativen Klimakonferenz in Bolivien haben sich die Teilnehmer für ein "Klimatribunal" und eine weltweite Abstimmung zum Umweltschutz ausgesprochen. Auf entsprechende Vorschläge einigten sich die Teilnehmer der Konferenz in Cochabamba. Das Referendum zum Umweltschutz soll demnach gemeinsam von Regierungen, Umweltorganisationen und Gewerkschaften im April 2011 organisiert werden.
Angestrebt werde eine weltweite Wahlbeteiligung von 50 Prozent. Das "Klimatribunal" soll den Plänen zufolge Staaten, Unternehmen und Privatpersonen zur Rechenschaft ziehen, die für Umweltverschmutzung verantwortlich sind.
Zum Abschluss der alternativen Klimakonferenz am Donnerstag sollten die Vorhaben noch offiziell beschlossen werden. Die Pläne sollen demnach auch bei der nächsten UN-Klimakonferenz im Dezember im mexikanischen Cancún eingebracht werden.
Auf der "Weltkonferenz der Völker" berieten seit Dienstag Forscher, Politiker, Gewerkschaftler und Vertreter von Ureinwohnern über eigene Vorschläge zur Eindämmung des Klimawandels. Damit wollten sie auf die Versäumnisse der Industriestaaten beim Klimagipfels von Kopenhagen im Dezember aufmerksam machen.
Zu der Konferenz waren mehr als 20.000 Menschen aus rund 130 Ländern nach Cochabamba gereist. An der Abschlussveranstaltung wurden als einzige Staatschefs der linksgerichtete Gastgeber Evo Morales und Venezuelas Präsident Hugo Chávez erwartet. Europäische Teilnehmer beklagten, die Konferenz sei "ideologisch aufgeladen" gewesen.
Bei seiner Ankunft in Cochabamba bezeichnete Chávez den Kapitalismus als Hauptursache für den Klimawandel. "Der Kapitalismus ist die Geisel der Menschheit", sagte er. Um den Klimawandel zu verhindern müsse "das System" geändert werden.
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