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Anschlag in Manhattan
Angreifer stand in Verbindung zum IS

Terror-Anschlag in New York 2017: Angreifer arbeitete als Uber-Fahrer
US-Behörden veröffentlichten diese Aufnahme des Verdächtigen. FOTO: dpa, kno
New York. Der Attentäter von New York ist US-Medienberichten zufolge ein 29 Jahre alter Mann aus Usbekistan. Er soll "Gott ist groß" gerufen haben. Nach Behördenangaben stand er in Kontakt mit dem IS. Was über den Mann bekannt ist.

Ein junger Einwanderer

Polizeikreise identifizierten den mutmaßlichen Angreifer als den 29-jährigen S., der ursprünglich aus Usbekistan stammt. Auf legalem Weg kam er im Jahr 2010 in die Vereinigten Staaten und soll anschließend zunächst im US-Staat Ohio gelebt haben. Ein Bekannter sagt, S. sei nach der Einreise zunächst bei seiner Familie in einem Vorort von Cincinnati geblieben. "Er ist immer arbeiten gegangen", sagte er der Zeitung "Cincinnati Enquirer". "Er ist nie auf Partys oder so etwas gegangen. Er ist nur nach Hause gekommen, hat sich ausgeruht und ist dann wieder zur Arbeit gegangen."

Verbindung zum IS

Der Attentäter stand noch offiziellen Angaben in Verbindung mit dem IS. Der Gouverneur des Bundestaates New York, Andrew Cuomo, sagte am Mittwoch außerdem, dass sich der Usbeke in den Vereinigten Staaten radikalisiert habe. "Nachdem er in die USA kam, hat er begonnen, sich über den IS und radikalislamische Taktiken zu informieren", sagte Cuomo dem TV-Sender CNN. Die in der Nähe seines gemieteten Pick-up-Trucks gefundenen Notiz habe auch eine Referenz zur Terrormiliz IS enthalten, sagte der Gouverneur dem TV-Sender CBS.

Nach Angaben der Polizei hat der Mann den Anschlag lange im Voraus geplant. Der 29-Jährige habe die Attacke allem Anschein nach "seit einer Reihe von Wochen" vorbereitet, sagte John Miller von der New Yorker Polizei bei einer Pressekonferenz. "Er hat es im Namen von ISIS (englische Bezeichnung der Terrormiliz IS) getan." Es scheine so, als habe der Mann die "Anleitungen von ISIS fast auf den Punkt genau befolgt".

Zeit in Florida

Den Behörden zufolge hatte der Tatverdächtige einen in Florida ausgestellten Führerschein. Andere öffentliche Unterlagen führen eine Adresse in einem Wohnkomplex der Stadt Tampa auf. Bewohner dort sagten am Dienstagabend, FBI-Ermittler hätten ihnen Fragen gestellt.

Der 30 Jahre alte Nachtschicht-Arbeiter Michael Roberts erklärte, Ermittler seien um circa halb sechs abends aufgetaucht, während er schlief. Sein Cousin sei aber befragt worden. Weder er noch sein Cousin hätten je etwas von dem mutmaßlichen Attentäter gehört, da sie erst vor einer Woche eingezogen seien.

Ein Freund von S., der den Tatverdächtigen in Florida kennenlernte, sagte der "New York Times" und der "New York Post", der 29-Jährige habe wie ein "sehr guter Kerl" gewirkt. "Meine Kinder mögen ihn auch.
Er spielt immer mit ihnen."

Beziehungen nach New Jersey

Offiziellen Angaben zufolge lebte der Usbeke zuletzt in New Jersey, wo er mutmaßlich auch den Pick-Up-Truck einer Baumarktkette mietete - und zwar nur eine Stunde vor der verheerenden Fahrt über den Radweg in Manhattan. Dienstagnacht durchsuchte die Polizei einen Minivan auf dem Parkplatz des Baumarkts in der Stadt Passaic in New Jersey. Der Wagen hatte ein Nummernschild aus Florida.

Uber-Fahrdienst

Der Fahrdienst Uber gab bekannt, S. habe eine Überprüfung des Unternehmens überstanden und sei sechs Monate lang für den Anbieter gefahren. Insgesamt habe er mehr als 1400 Fahrten absolviert. Nach dem Angriff sei der mutmaßliche Täter von dem Fahrdienst ausgeschlossen worden. Das Unternehmen stehe in Kontakt mit dem FBI und überprüfe zudem das Fahrtenbuch des Mannes. Bisher seien aber keine Berichte im Zusammenhang mit der Sicherheit entdeckt worden.

Über teilte weiter mit, das Unternehmen arbeite in der Sache mit dem FBI zusammen. Bisher seien bei der nachträglichen Überprüfung seiner Fahrten keine Sicherheitsprobleme bekannt geworden. "Das Unternehmen ist erschrocken über diesen sinnlosen Gewaltakt", heißt es in der Stellungnahme von Uber weiter.

Lkw-Fahrer

Dokumente zeigen, dass er Berufskraftfahrer war und zwei Geschäfte in Ohio gegründet hatte. Sayf Motors habe die Adresse des Familienfreundes bei Cincinnati genutzt, Bright Auto LLC eine in der Nähe von Cleveland. Eine Webseite für die Lkw-Industrie listet den Tatverdächtigen in Paterson, New Jersey, auf. Der Wohnort wurde Dienstagnacht durchsucht.

Gerichtsunterlagen zufolge lag im April 2016 ein Haftbefehl gegen S.
vor, als er eine Anhörung über eine Ordnungswidrigkeit verpasste.
Grund war damals, dass er falsche Bremsen in einem Wagen nutzte. Die Angelegenheit löste er im vergangenen November, indem er sich schuldig bekannte und 200 Dollar für Strafgebühren und Gerichtskosten zahlte.

Ein Kollege des Attentäters hat sich zu Wort gemeldet. Er kenne den 29-jährigen Sayfullo S., weil sie beide Berufskraftfahrer seien und aus Usbekistan kämen, sagte Mirrakhmat Muminov. S. sei ein streitsüchtiger junger Mann, der nicht glücklich mit seinem Leben sei. Er habe wegen Verkehrsvergehen Bußgelder zahlen müssen. Deshalb seien auch die Versicherungsprämien gestiegen, so dass er sie nicht mehr bezahlen konnte. Firmen hätten S. nicht mehr angeheuert.

Kein digitaler Fußabdruck

Nach der Tat tauchten zunächst keine Accounts in sozialen Netzwerken auf, die mit ihm in Verbindung standen.

(csi/dpa)
 
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