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Terror in Barcelona
Panik und Chaos auf Las Ramblas

Lieferwagen fährt in Menschenmenge
Barcelona. Ein Lieferwagen ist im touristischen Herzstück Barcelonas, der Prachtstraße Las Ramblas, in eine Menschenmenge gerast. Augenzeugen schilderten der Zeitung "El Pais" dramatische Szenen: "Leute sind durch die Wucht des Aufpralls in alle Richtungen geschleudert worden."

Die Fakten auf einen Blick

  • 13 Tote bei Anschlag in Barcelona am Donnerstag, IS reklamiert die Tat für sich
  • Polizei stoppt offenbar weiteren Anschlag im Küstenort Cambrils und erschießt dort fünf mutmaßliche Terroristen. Es gibt mehrere Verletzte. 
  • Es gibt drei Festnahmen. Unklar ist, ob es sich bei dem dritten Festgenommenen um den Fahrer des Lieferwagens handelt.
  • Explosion mit einem Toten in Alcanar in Südkatalonien am Mittwoch: Polizei vermutet, dass hier ein Sprengsatz vorbereitet wurde und sieht einen klaren Zusammenhang zwischen den Taten
  • Offenbar drei Deutsche unter den Opfern

Um 17 Uhr war auf Barcelonas berühmter Flaniermeile Las Ramblas alles noch wie an einem ganz normalen Urlaubstag: Menschen schlenderten bei sonnigem Sommerwetter an Geschäften und Restaurants vorbei. Dann raste ein weißer Lieferwagen auf sie zu. Augenzeugen schildern, ein Mann habe das Fahrzeug mit etwa 80 Stundenkilometern im Zickzack auf die Leute zugesteuert. Anschließend sei er geflohen. Die Zeugen beschreiben den Fahrer als jung, mit dunklen Haaren.

"Leute sind durch die Wucht des Aufpralls in alle Richtungen geschleudert worden", zitiert die Zeitung "El Pais" eine Augenzeugin. "Auch drei Fahrradfahrer wurden getroffen." Die Zeitung "La Vanguardia" schreibt: "Zum Zeitpunkt der Kollision waren die Ramblas voller Menschen, es ist gerade Hochsaison."

Ein französischer Tourist berichtet dem Sender BFMTV, er habe sich gerade noch vor dem Lieferwagen retten können, aber ein Passant direkt hinter ihm sei angefahren worden. "Als das Fahrzeug vorbei war, haben wir denen geholfen, die am Boden lagen", sagt der Mann. 

Bilder: Anschlag mit Lieferwagen in Barcelona FOTO: afp

Wie in einer "Kriegszone"

Nach der Attacke herrschte stundenlang Chaos. Die Polizei wollte die Tat lange nicht als "Terror" benennen. Am Abend erklärte sie dann via Twitter: Der Zwischenfall werde wie eine Terrorattacke behandelt – aber das Motiv sei unklar. Kurz vor 19 Uhr kam dann die offizielle Bestätigung: Nach Nizza, Paris, Berlin und London war auch Barcelona ins Visier von Extremisten gerückt.

Barcelona trauert am Tag nach dem Anschlag FOTO: afp

Der deutsche Augenzeuge Albert Zeitler berichtet der Deutschen Presse-Agentur, die Polizei habe mit Bändern die Straße abgesperrt. Menschen seien in Panik umhergelaufen. "Eine Person lag verletzt oder tot, ich weiß es nicht, auf dem Boden", sagte Zeitler. Seit einiger Zeit lebt der Deutsche in Barcelona. In einer Querstraße zum Museum für zeitgenössische Kunst sei es wie in einer "Kriegszone" gewesen, erzählt Zeilter. "Polizisten mit Maschinengewehren und Gewehren im Anschlag kamen in der Straße auf mich zugerannt."

Auf Videos waren Menschen zu sehen, die in Panik flüchteten, während Polizei- und Krankenwagen zum Ort der Attacke rasten. Laden- und Barbesitzer schlossen Türen und Fenster und ließen die Rollläden herunter. Offenbar hatten viele verängstigte Passanten in umliegenden Gebäuden Schutz gesucht.

Die Sicherheitskräfte sperrten das Gebiet weiträumig ab und forderten die Bevölkerung immer wieder eindringlich auf, den Ramblas fern zu bleiben. Die Krankenhäuser in der katalanischen Metropole riefen zu Blutspenden auf.

Ein Reporter berichtete im staatlichen Sender RTVE, eine Angehörige habe Schutz in einem Geschäft der Ramblas gesucht, seither habe er keinen Kontakt mehr zu ihr gehabt: "Das Zentrum des Tourismus in Barcelona wurde getroffen."

(vek/dpa)
 
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