| 15.20 Uhr

Zweiter Anschlag in Cambrils
Spanische Polizei tötet fünf mutmaßliche Terroristen

Terror in Spanien: Polizei erschießt fünf mutmaßliche Terroristen in Cambrils
Barcelona/Cambrils. Wenige Stunden nach dem Anschlag in Barcelona hat die Polizei im Küstenort Cambrils offenbar einen weiteren Terrorangriff gestoppt. Es gibt sieben Verletzte. Fünf mutmaßliche Terroristen wurden von der Polizei getötet. 

Die Fakten im Überblick:

  • 14 Tote bei Anschlag in Barcelona am Donnerstag, IS reklamiert die Tat für sich
  • Polizei stoppt weiteren Anschlag im Küstenort Cambrils und erschießt dort fünf mutmaßliche Terroristen. Es gibt mehrere Verletzte. 
  • Es gibt drei Festnahmen. Der Fahrer des Lieferwagens ist noch auf der Flucht. 
  • Explosion mit einem Toten in Alcanar in Südkatalonien am Mittwoch: Polizei vermutet, dass hier ein Sprengsatz vorbereitet wurde und sieht einen klaren Zusammenhang zwischen den Taten
  • 13 Deutsche unter den Verletzten, darunter drei Mädchen aus NRW

Die zweite Attacke ereignete sich im Badeort Cambrils rund hundert Kilometer südlich von Barcelona. Ein Sprecher der Regionalregierung von Katalonien teilte mit, mutmaßliche Terroristen hätten auf der Strandpromenade gegen Mitternacht mehrere Menschen mit einem Pkw angefahren, bevor sie von Sicherheitskräften gestoppt wurden. Sieben Menschen wurden verletzt, darunter auch ein Polizist.

"Die Terrorbedrohung in Europa ist noch lange nicht vorbei" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO

Die Polizei erschoss nach eigenen Angaben vier der Täter, ein fünfter erlag kurze Zeit später seinen Verletzungen. Einige der Getöteten hätten Sprengstoffgürtel getragen, teilte ein Polizeisprecher mit. Inzwischen hat das katalanische Innenministerium aber mitgeteilt, es habe sich dabei nur um Attrappen gehandelt. 

Zwischen dem Vorfall in Cambrils und dem Anschlag in Barcelona mit 14 Toten  gebe es einen Zusammenhang. Sie seien dem gleichen Muster gefolgt, sagte der katalanische Innenminister Joaquim Forn dem Radiosender RAC1. Nähere Angaben machte er zunächst nicht. Die mutmaßlichen Terroristen hätten Bombengürtel getragen, teilte die Polizei am Freitagmorgen mit.

Gegen 1.30 Uhr seien Einheiten zu der Operation rund 100 Kilometer südlich von Barcelona bei Tarragona ausgerückt. Man gehe von einem Terroranschlag aus, so die Polizei. Anwohner wurden aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Auf Videos waren Schüsse und Schreie zu hören.
Ein Amateurfilm zeigte auch Männer, die auf dem Boden liegen. Das mögliche Anschlagziel, der Paseo Marítimo, ist voller Bars und Discos.

Barcelona trauert am Tag nach dem Anschlag FOTO: afp

Die Täter wollten nach Medienberichten möglicherweise einen ähnlichen Anschlag wie in Barcelona verüben. Sie seien von der Polizei in einem Wagen aufgehalten worden. Als dieser nach einer Verfolgung umgekippt sei, seien sie geflohen und dann niedergeschossen worden. Medien berichteten, die Täter hätten zuvor mit dem Wagen mehrere Menschen verletzt.

Die Polizei überprüfte auch, ob eine Verbindung zwischen Cambrils, Barcelona und dem Ort Alcanar bestehe, wo am Mittwoch bei einer Explosion in einem Haus ein Mensch getötet wurde. Dort sollen nach Informationen der Zeitung "El Pais" etwa 20 Gasflaschen gelagert worden sein.Angeblich war der Fahrer von Cambrils in Verbindung mit einer Dschihadisten-Zelle in Alcanar, so die Zeitung "La Vanguardia" .

Am Donnerstagnachmittag wurden bei einem Anschlag mit einem Lieferwagen auf dem Boulevard Las Ramblas in Barcelona mindestens 13 Menschen getötet, rund 90 wurden verletzt. Der Fahrer des Wagens war bis in die Nacht noch auf der Flucht. Zwei Verdächtige wurden festgenommen.

(jco/das/dpa/AP)
 
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