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Anschlag in Manchester
Großbritannien ruft höchste Terrorwarnstufe aus

Terror in Manchester: Großbritannien ruft höchste Terrorwarnstufe aus
Blumen für die Opfer des Anschlags in der Innenstadt von Manchester. FOTO: rtr, SW/gk
Manchester/London. Die britische Regierung zieht Konsequenzen aus dem Anschlag von Manchester und stellt der Polizei Militärs zur Seite. Wie Premierministerin May mitteilte, wurde die höchste Sicherheitsstufe "kritisch" ausgerufen. Das bedeutet, dass ein weiterer Anschlag unmittelbar bevorstehen könnte.

Mit Blick auf die bisherigen Ermittlungen betonte Theresa May zudem, dass eine größere Gruppe von Personen hinter der Tat in Manchester stecken könnte. Diese Möglichkeit könne nicht ignoriert werden.

Die Regierungschefin kündigte an, das Militär werde die bewaffnete Polizei bei Wachaufgaben entlasten und so mehr Polizeistreifen ermöglichen. Auch bei Großereignissen wie Konzerten oder Sportveranstaltungen könnten Soldaten die Polizei unterstützen. Sie betonte, die militärischen Kräfte stünden dabei unter dem Kommando der Polizei. May sagte, sie wolle die Bevölkerung nicht unnötig beunruhigen. Die Vorkehrungen seien aber angemessen und vernünftig.

Laut der britischen Nachrichtenagentur PA hat die Regierung die höchste Sicherheitsstufe in den vergangenen knapp elf Jahren zwei Mal ausgerufen - im August 2006 und im Juni 2007. Die Stufe galt jeweils aber nur für wenige Tage.

Schwerste Terrorattacke seit fast zwölf Jahren

Fotos: Zahlreiche Opfer nach Explosion bei Popkonzert FOTO: ap

Am Montagabend war am Ende des Konzerts von Teenie-Star Ariana Grande in Manchester ein Sprengsatz detoniert. Der Attentäter hatte so mindestens 22 Menschen mit sich in den Tod gerissen. Der Anschlag traf vor allem Kinder und Jugendliche. Es war die schwerste Terrorattacke in Großbritannien seit fast zwölf Jahren.

Die Polizei in Manchester nannte den 22 Jahre alten Salman Abedi als Hauptverdächtigen für das Selbstmordattentat. May bezeichnete ihn als den "Täter" und sagte, er sei in England geboren und aufgewachsen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte die Attacke für sich reklamiert. Eindeutige Belege dafür fehlen aber bislang.

Großbritannien war bereits mehrfach Ziel terroristischer Angriffe. Im Juli 2005 hatten vier Muslime mit britischem Pass in der Londoner U-Bahn und in einem Bus Sprengsätze gezündet. 56 Menschen starben, 700 wurden verletzt. Erst vor zwei Monaten traf eine Attacke die Hauptstadt erneut, als ein Mann ein Auto absichtlich in Fußgänger auf einer Brücke steuerte und danach einen Polizisten erstach.

(kess/dpa)
 
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