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Sicherheitskräfte erschießen drei Täter: Terrorangriff auf US-Botschaft in Damaskus

zuletzt aktualisiert: 12.09.2006 - 17:56

Damaskus (RP). Auf die US-Botschaft in Damaskus ist am Morgen eine Anschlag verübt worden. Islamische Extremisten feuerten offenbar mit Mörsergranaten auf das Gebäude. Ob eine Autobombe detonierte oder rechtzeitig entschärft werden konnte, ist zur Zeit noch unklar. Syrische Anti-Terror-Einheiten erschossen drei Bewaffnete. Ein vierter Angreifer wurde verletzt.

Auch ein Mitglied einer Antiterroreinheit wurde getötet, mindestens elf weitere Menschen erlitten nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur SANA Verletzungen, darunter ein chinesischer Diplomat. Amerikaner kamen nicht zu Schaden. Das syrische Innenministerium sprach von einem Terrorangriff.

In Washington bestätigte ein Sprecher des US-Außenministeriums den Angriff. Die syrischen Behörden hätten reagiert und seien vor Ort, sagte der Ministeriumssprecher Kurtis Cooper. Ein Syrer, der in der US-Botschaft arbeitete, erklärte, es sei kein Amerikaner verletzt worden.

Die vier Islamisten versuchten nach Angaben des staatlichen Fernsehens, das stark gesicherte Botschaftsgebäude mit Hilfe von automatischen Waffen, Handgranaten und mindestens einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug zu stürmen. Offenbar gelang es ihnen aber nicht, die Absperrungen vor dem Gelände zu überwinden. Nach Augenzeugenberichten wurde auch ein Wachmann getötet, die Regierung bestätigte dies zunächst nicht.

Genauer Ablauf des Angriffs immer noch unklar

Über den genauen Ablauf des morgendlichen Angriffs gab es unterschiedliche Darstellungen. Das syrische Fernsehen berichtete von einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug, das aber nicht zur Explosion gebracht worden sei. Die Bombe sei entschärft worden. Ein Augenzeuge schilderte dagegen, die Angreifer seien aus einem Fahrzeug gesprungen, hätten die syrischen Wachleute vor der Botschaft beschossen und den Wagen in die Luft gesprengt. Fernsehbilder zeigten sowohl ein ausgebranntes Fahrzeug als auch einen Wagen mit Sprengstoff.

Ein chinesischer Diplomat, der sich auf dem Gebäude seiner Botschaft in unmittelbarer Nachbarschaft aufhielt, wurde von einem Streifschuss leicht verletzt und in ein Krankenhaus gebracht, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die Polizei riegelte den Stadtteil Abu Rummaneh ab, in dem mehrere Botschaften liegen. Rettungswagen und Fahrzeuge der Feuerwehr eilten an den Ort der Schießerei.

Der Krieg zwischen der Hisbollah und Israel hat den Antiamerikanismus in Syrien weiter angefacht. Dort kam es bereits zuvor zu Übergriffen islamischer Extremisten. Im Juni kamen bei einem Feuergefecht in der Nähe des Verteidigungsministeriums fünf Menschen ums Leben.


 
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