Mindestens zwölf Tote: Terroristen greifen Polizeirekruten in Pakistan an
zuletzt aktualisiert: 31.03.2009 - 08:42Lahore (RPO). Schwerbewaffnete Terroristen haben am Montag eine Polizeiakademie im Nordwesten Pakistans angegriffen. Erst nach den stundenlangen Gefechten zwischen Sicherheitskräften und den Angreifern hat die Polizei die Oberhand gewonnen.
Mindestens sechs Polizeianwärter wurden getötet und mehr als 90 weitere verletzt, wie die Behörden in Lahore am Montag mitteilten. Nach dem ersten Angriff nahmen die Täter etwa 35 Geiseln. Erst nach mehreren Stunden konnten die Sicherheitskräfte sie überwältigen. Daraufhin sprengten sich mindestens drei Angreifer selbst in die Luft. Drei weitere Leichen konnten zunächst nicht identifiziert werden.
Ein Mitglied der pakistanischen Taliban bekannte sich zu der Tat. Diese sei von der bislang wenig bekannten Gruppe Fedayeen al-Islam ausgeführt worden, erklärte Omar Farooq. Solange die pakistanischen Streitkräfte nicht aus der Grenzregion zu Afghanistan abzögen, werde es weitere Anschläge geben. Augenzeugen beschrieben die Täter als "bärtige, junge Männer". Einige von ihnen sollen Polizeiuniformen getragen haben.
Zum Zeitpunkt des Überfalls befanden sich etwa 700 Polizeianwärter auf dem Gelände. Die Art des gut organisierten Überfalls weckte Erinnerungen an den Anschlag auf die srilankische Kricket-Nationalmannschaft vor rund vier Wochen, bei dem - ebenfalls in Lahore - sieben Menschen getötet wurden. Auch Erinnerungen an die Anschläge in der indischen Metropole Bombay wurden wach, denen Ende November 164 Menschen zum Opfer fielen. Für dieses Blutbad wird die pakistanische Extremistengruppe Lashkar-e-Taiba verantwortlich gemacht.
Die pakistanische Regierung ist eine der wichtigsten internationalen Verbündeten der USA im Kampf gegen den Terrorismus. Die Sicherheitskräfte kämpfen seit Jahren gegen das Terrornetzwerk Al Qaida und die Taliban, die im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet ihre Schlupflöcher haben.
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