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US-Präsidentschaftswahl
"Viele Republikaner in Deutschland wählen Trump"

Thomas Leiser: "Republikaner in Deutschland werden Trump wählen"
Donald Trump FOTO: afp
Düsseldorf. Clinton vs. Trump – nach dem ersten TV-Duell liegt die Demokratin in den Umfragen vorne, Donald Trump gibt sich dennoch gewohnt selbstbewusst. Wie sehen konservative Amerikaner, die in Deutschland leben, Trump? Wir haben nachgefragt. Von Hannah Schwär

Thomas Leiser (69) ist Vorsitzender der "Republicans Overseas Germany". Dabei handelt es sich um einen politischen Verein für konservative Amerikaner, die in Deutschland arbeiten und leben. Nach dem ersten TV-Duell zwischen Trump und Clinton sieht er bei Trump noch Luft nach oben. Trotzdem will Leiser bei der Präsidentschaftswahl am 8. November für Trump stimmen.

Herr Leiser, Hillary Clinton hat die erste TV-Debatte gegen Donald Trump klar gewonnen. Sehen Sie das auch so?

Leiser Manche sagen, Hillary Clinton habe gewonnen, andere halten Trump für den Gewinner. Ich bin gestern vom Oktoberfest zurückgekommen und habe mir die Debatte dann zu Hause angeschaut. Als Republikaner halte ich natürlich zu unserem Kandidaten Donald Trump. Aus meiner Sicht war es aber keine klare Sache.

Waren Sie denn zufrieden mit Trumps Auftritt?

Leiser Er hätte an ein paar Stellen mehr Argumente bringen können. Zum Beispiel hat er die Spenden-Affäre um die Clinton-Stiftung gar nicht angesprochen. Es gibt ja Anschuldigungen, wonach das Außenministerium den Spendern der Clinton-Stiftung einige Gefallen getan haben soll. Da hätte er ruhig nachbohren können.

Thomas Leiser FOTO: Thomas Leiser

Trump ist ja sehr umstritten in Ihrer eigenen Partei. Ex-Präsident George W. Bush will ihn zum Beispiel nicht unterstützen. Wo stehen Sie und die "Republicans Overseas Germany"?

Leiser Da gibt es viele, denen es ähnlich geht. Auch für mich war Donald Trump nicht die erste Wahl. Ich werde ihn aber trotzdem wählen, weil er für die republikanischen Ideale steht. Übrigens glaube ich, dass viele Republikaner in Deutschland Donald Trump wählen werden, weil er einen schlanken Staat vertritt. Hillary Clinton will ja am liebsten alles regulieren und besteuern – auch wie wir uns die Socken anziehen und die Schuhe schnüren. Wir sind gegen eine starke Regulierung und wollen auch keine komischen Steuerregelungen. Deshalb Trump.

Ein Mann, der eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen will und wiederholt durch rassistische Äußerungen augefallen ist. Stört Sie das nicht?

Leiser Ich kann ja auch Republikaner sein, ohne Vorkämpfer für Donald Trump zu sein. Ich kenne aber auch Leute, die seinetwegen die Partei verlassen haben und zur "Independent Party" gewechselt sind. Aber solche Wählerwanderungen gibt es bei jeder Wahl – auch 2012 bei Mitt Romney.

Welchen Tipp würden Sie Donald Trump für die nächste Debatte geben?

Leiser Ich wünsche mir strukturiertere Antworten. Manchmal springt er von einem Gedanken zum nächsten, da kann man nicht so gut folgen. Klar, Donald Trumps Stil kommt an. Aber manchmal wirken seine Aussagen nicht sonderlich durchdacht.

Hannah Schwär führte das Gespräch.

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