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Leibwächter und Kind getötet, neun weitere Menschen verletzt: Tödlicher Luftangriff Israels in Gaza

zuletzt aktualisiert: 07.02.2004 - 16:35

Gaza (rpo). Die israelischen Truppen haben in der palästinensischen Stadt Gaza am Samstag einen mutmaßlicher Luftangriff geflogen. Dabei verloren der Leibwächter eines Führers der Organisation Islamischer Dschihad und ein elfjähriger Junge ihr Leben.

Die israelischen Streitkräfte bestätigten, dass der Angriff auf "einen ranghohen Terroristen des Islamischen Dschihad" abgezielt habe. Ein Kampfflugzeug feuerte eine Rakete auf das Auto von Asis Mahmud Schami ab, als dieser eine belebte Straße in Gaza-Stadt entlangfuhr.

Asis Mahmud Schami arbeitete nach Angaben des Islamischen Dschihad auch als Leibwächter für den obersten Führer der Gruppe, Abdullah Schami. Dieser schwor den Streitkräften Rache für den Tod seines Cousins. "Der Islamische Dschihad ist eine Widerstandsbewegung und wird auf diesen Angriff mit aller Macht reagieren", sagte er, als er den Leichnam seines Verwandten besuchte. Asis Mahmud Schah war kurz nach dem Angriff seinen Verletzungen erlegen. Die israelischen Streitkräfte begründeten den Angriff damit, dass Schami einen größeren Anschlag auf die Siedlung Netzarim geplant habe. Darüber hinaus sei er für den Tod mehrerer Soldaten sowie einen doppelten Selbstmordanschlag 1995 in Netanja verantwortlich gewesen, bei dem 21 Israelis ums Leben kamen.

Drei weitere Verletzte befanden sich nach Angaben der palästinensischen Ärzte in einem kritischen Zustand. Ob es sich um Insassen des Autos oder Passanten handelte, wurde nicht bekannt. Das zwölfjährige Opfer war zum Zeitpunkt des Angriffs auf dem Weg zur Schule und sofort tot, wie die Ärzte mitteilten.

Die palästinensischen Behörden erhoben am Samstag Anklage gegen vier Männer, die sie für einen Bombenanschlag auf einen US-Diplomatenkonvoi im Oktober verantwortlich machen. Ein Militärstaatsanwalt erklärte, die Angeklagten hätten an einer wichtigen Verbindungsstraße Bomben ausgelegt, um israelische Panzer zu sprengen. Möglicherweise sei es einer dieser Sprengsätze gewesen, der eines der US-Fahrzeuge in Stücke riss und drei amerikanische Sicherheitskräfte tötete. Nach dem Anschlag hatten sich allerdings Hinweise darauf gefunden, dass die Urheber absichtlich den US-Konvoi sprengten. In der Nähe wurde ein Gerät gefunden, mit dem sich die Sprengsätze ferngesteuert zünden ließen.

UN-Generalsekretär Kofi Annan bat unterdessen den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon um ein Gespräch über dessen umstrittene Pläne zur Räumung jüdischer Siedlungen im Gazastreifen. Annan teilte am Freitagabend mit, er habe mit dem Regierungschef telefoniert und ihm ein Treffen während Scharons USA-Reise Anfang März vorgeschlagen. Er wolle Einzelheiten der Pläne wissen und sichergehen, dass ein Abzug der Siedler aus dem Gazastreifen nur ein erster Schritt auf dem Weg zum Frieden sei.

Scharon hat die Räumung nahezu aller jüdischen Siedlungen im Gazastreifen in Aussicht gestellt. Nach heftigem innenpolitischen Widerstand erwägt er nun offenbar statt der Aufgabe der Siedlungen deren Verlegung aus dem Gazastreifen in Teile des Westjordanlands, die nach einer endgültigen Vereinbarung mit den Palästinensern seiner Ansicht zufolge zu Israel gehören würden. Scharon ziehe mehrere Optionen in Betracht, sagte sein Sprecher am Freitag. Einzelheiten sollten in zwei oder drei Monaten vorliegen.


 
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