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Erzfeinde Israel und Hisbollah treffen sich auf Fliegerhorst: Top Secret: Gefangenenaustausch in Köln-Wahn

zuletzt aktualisiert: 28.01.2004 - 19:47

Köln-Wahn/Tel Aviv (rpo). Die Erzfeinde Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz bereiten auf dem Flughafen Köln-Wahn einen umfangreichen Gefangenenaustausch vor. Die Aktion findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Unter den Gefangenen ist auch der zum Islam konvertierte Deutsche Steven Smyrek.

Es handelt sich um den größten Austausch seit 20 Jahren. Die Bundesregierung hatte ihn in rund dreijährigen zähen Verhandlungen unter Federführung des Geheimdienstkoordinators im Bundeskanzleramt, Ernst Uhrlau, erreicht.

Die Hisbollah gibt den israelischen Geschäftsmann und Oberst der Reserve Elchanan Tennenboim und die Särge mit den sterblichen Überresten von drei israelischen Soldaten frei. Die Abgesandten der Hisbollah werden 36 von den Israelis freigelassene Araber in Empfang nehmen können. Unter ihnen sind auch die ranghohen Hisbollah-Führer Scheich Abdel Karim Obeid und Mustafa Dirani.

436 andere palästinensische, syrische, marokkanische, sudanesische und libysche Häftlinge werden ebenfalls am Donnerstag in Israel freikommen. Sie können von dort aus unmittelbar und direkt auf die Westbank zurückkehren.

Eine Maschine der deutschen Luftwaffe bringt am frühen Donnerstag morgen die Israelis vom libanesischen Flughafen Beirut nach Wahn. Zur selben Zeit wird ein Flugzeug die Hisbollah-Gefangenen von Tel Aviv nach Wahn fliegen.

Steven Smyrek unter den Gefangenen

In dieser Maschine ist auch der Deutsche Steven Smyrek. Der Braunschweiger war zum Islam übergetreten und 1999 in Israel wegen der Vorbereitung eines Selbstmordanschlages zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er will nicht in Deutschland bleiben, sondern in den Libanon fliegen.

Das Schicksal des 1986 über dem Libanon abgeschossenen Israeli Ron Arad konnte bislang immer noch nicht aufgeklärt werden. Darum will sich die Bundesregierung weiter bemühen. Arad ist in all den Jahren zu einer nationalen "Symbolfigur" geworden.

Es gibt die Version, dass er in den Iran verschleppt worden ist. Auch ist nicht klar, ob Arad noch am Leben ist. Der israelische Staatspräsident Mosche Katzav hatte erklärt, Israel sei bereit, "für Arad jeden erdenklichen Preis zu zahlen".

Die toten Israelis sollen am Donnerstagabend auf dem Ben-Gurion Flughafen mit militärischen Ehen empfangen werden. Tennenboim soll nach seiner Ankunft zunächst seine Familie sehen und von Ärzten untersucht werden. Er ist zuckerkrank. Die israelische Regierung habe die Journalisten in Tel Aviv für Donnerstagabend zu einem Empfang geladen, war aus israelischer Quelle zu hören. In den nächsten Tagen sollen die toten Soldaten mit militärischen Ehren beigesetzt werden.


 
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