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Palästinensergebiete: Tote bei Kämpfen zwischen Hamas und Fatah

zuletzt aktualisiert: 08.05.2006 - 14:43

Gaza/Jerusalem (rpo). Mitglieder der Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah haben sich am Montag schwere Kämpfe geliefert. Dabei wurden mindestens drei Menschen getötet und elf Palästinenser verletzt. Der palästinensische Regierungschef Ismail Hanija von der Hamas rief zu Ruhe auf.

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Die Kämpfe fanden in der Ortschaft Abassan nahe Chan Junis im Süden des Gazastreifens statt. Bei den Toten handele es sich um zwei militante Aktivisten der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und ein Mitglied der radikalislamischen Hamas.

Am Sonntagabend hätten Hamas-Mitglieder zunächst versucht, den Leibwächter eines Chefs der präventiven Sicherheit im Gazastreifen zu entführen, sagten Zeugen der Nachrichtenagentur AFP. Daraufhin habe es mehrere Entführungen auf beiden Seiten gegeben. Die Hamas machte dagegen Fatah-Aktivisten für die blutigen Zusammenstöße verantwortlich. Fatah-Anhänger hätten versucht, drei Mitglieder der Essedin-el-Kassam-Brigaden zu verschleppen, sagte Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri. Die Essedin-el-Kassam sind der bewaffnete Arm der Hamas.

Bei den Kämpfen wurde laut Polizei mindestens eine Panzerabwehrrakete abgefeuert. Ein Mitglied der palästinensischen Sicherheitskräfte sei schwer verletzt worden, verlautete aus Krankenhauskreisen. Am Vormittag hatte sich die Lage wieder beruhigt, blieb aber nach Polizeiangaben "sehr gespannt". Bewaffnete Männer, mehrheitlich von der Fatah, seien auf den Straßen von in Abassan zu sehen. Es gebe Vermittlungsversuche. Auch Hanija bemühte sich um Ruhe. Der Regierungschef appelliere an beide Seiten, die Gewalt zu beenden, sagte Kabinettssprecher Ghasi Hamad.

Ergebnislose Gespräche

Vor der Eskalation war bekannt geworden, dass Gespräche zwischen Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der Hamas-Regierung über die seit Wochen angespannte politische und finanzielle Lage in den Palästinensergebieten ohne Ergebnis zu Ende gegangen waren. Die Spannungen zwischen den Organisationen haben in den letzten Wochen erheblich zugenommen. Im April waren bei Kämpfen zwischen Anhängern beider Seiten über 30 Menschen verletzt worden. Die Hamas hatte bei der Parlamentwahl im Januar die absolute Mehrheit gewonnen und damit die Vorherrschaft der Fatah beendet.

Die Palästinenserverwaltung steht nach dem weitgehenden Stopp der Finanzhilfen an die Autonomiebehörde vor dem Kollaps, wie die Weltbank warnte. Wegen seit Monaten ausbleibender Gehaltszahlungen suchten die Mitarbeiter bereits nach anderen Erwerbsquelle und vernachlässigten ihre Aufgaben, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Bericht. Bei den Sicherheitskräften könne daraus eine Bedrohung für die Stabilität der Palästinensergebiete werden. Eine langfristige Lähmung der Verwaltung in den Palästinensergebieten schade dem jahrzehntelangen Engagement der Geberländer beim Aufbau von staatlichen Strukturen. Insgesamt warteten rund 160.000 Beamte und Sicherheitskräfte seit März auf ihr Geld.

Die Autonomiebehörde steckt seit Wochen in einer schweren Finanzkrise. Israel, die USA und die EU hatten nach der Bildung einer Regierung unter Führung der radikalislamischen Hamas ihre millionenschweren Hilfszahlungen eingestellt. Abbas rief in einem Brief an das Nahost-Quartett zur Wiederaufnahme der Hilfen auf, um eine humanitäre Krise zu vermeiden, wie sein Sprecher Nabil Abu Rudeina sagte. Die Außenminister des Nahostquartetts treffen sich am Dienstag in New York.

Quelle: afp2

 
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