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"Verhandlungen finden wie geplant statt": Trotz Bombenexplosion: Guter Start bei Zypern-Gesprächen

zuletzt aktualisiert: 19.02.2004 - 14:18

Nikosia (rpo). Nur wenige Stunden vor dem Start der Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns wurde die Mittelmeerinsel von einem Bombenanschlag erschüttert. Dennoch haben die Gespräche laut UN-Angaben einen viel versprechenden Anfang genommen.

"Es war ein sehr konstruktives Treffen", sagte UN-Sonderbotschafter Alvaro de Soto nach den rund zweistündigen Verhandlungen am Donnerstag in Nikosia. Der griechisch-zyprische Präsident Tassos Papadopoulos und der türkisch-zyprische Volksgruppenführer Rauf Denktasch hätten eine hohe Verhandlungsbereitschaft signalisiert.

Über den genaueren Inhalt des Gesprächs wollte de Soto keine Angaben machen. Die Verhandlungen sollen am (morgigen) Freitag fortgesetzt werden. Am Donnerstagmorgen war wenige Stunden vor Gesprächsbeginn ein Sprengsatz vor dem Haus des türkisch-zyprischen Ministerpräsidenten Mehmet Ali Talat explodiert. Ein Nachbar wurde von umherfliegenden Glasscherben leicht verletzt, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Die Eingangstür zu Talats Haus sowie mehrere Fensterscheiben wurden beschädigt.

"Es gibt keine Umkehr auf diesem Weg"

Talat erklärte unmittelbar nach der Explosion, die Verhandlungen würden wie geplant stattfinden: "Es gibt keine Umkehr auf diesem Weg." Den Anschlag bezeichnete er vor Journalisten als "vergeblichen Versuch, uns Angst einzujagen". Einigen Leute werde der Annäherungsprozess zwischen beiden zyprischen Gemeinschaften missfallen, doch werde man sich von diesen nicht vom Kurs abbringen lassen.

Die Gesandten trafen in einem UN-Konferenzgebäude auf dem still gelegten Flughafen an der Grenzlinie von Nikosia zusammen. Das Gelände wurde von UN-Polizisten bewacht. Tageszeitungen auf beiden Seiten der Insel riefen die Delegierten auf, zu einer Einigung zu finden. "Der historische Prozess beginnt heute", schrieb "Kibris", das größte Blatt im türkischen Norden. In der griechisch-zyprischen Zeitung "Politis" hieß es: "Anfang vom Ende".

Gespräche erst nach großem Druck

Die griechischen und türkischen Zyprer einigten sich erst auf erheblichen Druck der Vereinten Nationen am vergangenen Freitag auf die neuen Gespräche. Bis zum 22. März soll eine umfassende Lösung gefunden werden, damit beide Inselhälften am 1. Mai gemeinsam der Europäischen Union beitreten können. Über die erhoffte Einigung sollen beide Bevölkerungsgruppen am 21. April in einem Referendum abstimmen.

Die letzte Gesprächsrunde war im April vergangenen Jahres am Widerstand Denktaschs gescheitert. Er befürchtet nach einer Wiedervereinigung eine griechische Dominanz auf der Insel. Zypern ist seit 1974 geteilt. Der türkische Norden wird jedoch nur von der Regierung in Ankara als eigenständiger Staat anerkannt.


 
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