Simbabwe: Tsvangirai als Regierungschef vereidigt
zuletzt aktualisiert: 11.02.2009 - 11:41Harare (RPO). 29 Jahre Alleinherrschaft von Präsident Robert Mugabe sind beendet - in Simbabwe hat eine neue politische Ära begonnen. Der fast 85-jährige Staatschef vereidigte am Mittwoch seinen langjährigen Rivalen Morgan Tsvangirai als Ministerpräsidenten.
Tsvangirai steht einer Regierung der nationalen Einheit vor, an der neben seiner Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) auch Mugabes ZANU-PF beteiligt ist. Die Koalition kam nach langwierigen Verhandlungen und unter Druck der Nachbarländer, insbesondere Südafrikas, zustande.
Die MDC stellt künftig 21 Minister, darunter in Schlüsselressorts wie Finanzen und Gesundheit. Das Polizeiministerium, dem wiederholt die Unterdrückung von Mugabes Gegnern vorgeworfen wurde, soll zwischen den beiden Parteien rotieren.
Die MDC hat die Mehrheit im Parlament, und in der ersten Runde der Präsidentenwahl vor fast einem Jahr lag Tsvangirai vor Mugabe. Nach wiederholten Attacken auf seine Anhänger verzichtete er dann aber auf eine Teilnahme an der Stichwahl. Seitdem bemühte sich Südafrika um die Vermittlung einer Regierung der nationalen Einheit, um die Gewalt in Simbabwe zu stoppen.
Simbabwes Wirtschaft ist zusammengebrochen, das Land hat die weltweit höchste Inflation. Inmitten von Misswirtschaft und Korruption gibt es auch kein funktionierendes Gesundheitssystem mehr: Seit August sind rund 3.400 Menschen an Cholera gestorben.
Mugabe hat Simbabwe seit der Unabhängigkeit von Großbritannien regiert. Am 21. Februar wird er 85 Jahre alt. Tsvangirai hat er bisher wie einen Untergebenen behandelt und sich meist keine Mühe gegeben, seine Verachtung für den 56-jährigen Oppositionsführer zu verbergen.
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