Nach Verkehrsunfall: Tsvangirai zur Behandlung im Ausland
zuletzt aktualisiert: 08.03.2009 - 14:35Harare (RPO). Nach seinem schweren Verkehrsunfall lässt sich der simbabwische Ministerpräsident Morgan Tsvangirai im Ausland behandeln. Er sei nach Botsuana geflogen, verlautete am Sonntag aus Kreisen seiner Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC). Dort lebte der damalige Oppositionsführer im vergangenen Jahr mehrere Monate, weil er in seinem Heimatland um sein Leben fürchtete.
Die MDC forderte unterdessen eine eingehende Untersuchung des Unfalls vom Freitag, bei dem Tsvangirais Frau Susan ums Leben kam. Angesichts aufkommender Gerüchte über einen möglichen Anschlag warnte Parteivize Tendai Biti aber vor voreiligen Schlüssen. Biti äußerte die Einschätzung, dass der folgenschwere Zusammenstoß hätte vermieden werden können, wenn Tsvangirai einen Konvoi wie Staatschef Robert Mugabe zur Verfügung gehabt hätte.
Der Wagen Tsvangirais war am Stadtrand von Harare mit einem Lastwagen zusammengestoßen, der von den USA finanzierte Aids-Medikamente transportierte. Der Hilfstransport sei von einem von den USA eingestellten Fahrer gesteuert worden, sagte ein Sprecher der US-Botschaft in Harare.
Der Lkw kam nach Berichten des staatlichen Fernsehens auf einem kurvigen Stück der Straße von seiner Fahrbahn ab. Tsvangirai war unterwegs zu einer politischen Versammlung in seiner Heimatregion südlich von Harare.
Kurzbesuch Mugabes im Krankenhaus
Tsvangirai verließ am Samstag das Krankenhaus in Harare, in dem er nach der Kollision behandelt wurde. Er erlitt nach Angaben eines Arztes Kopf- und Brustverletzungen. Zur weiteren Behandlung begab sich der Ministerpräsident nach Berichten staatlicher Medien vom Sonntag unmittelbar nach der Entlassung aus der Klinik ins Ausland.
Noch am Freitagabend besuchte Staatschef Mugabe den verletzten Tsvangirai kurz im Krankenhaus. Tsvangirai ist der wichtigste Gegenspieler Mugabes, der das südafrikanische Land seit 1980 mit eiserner Hand regiert. Seit Februar steht der einstige Oppositionschef als Ministerpräsident an der Spitze einer Regierung der nationalen Einheit, der auch Mugabes Partei ZANU-PF angehört. Die Koalition kam nach langwierigen Verhandlungen und unter Druck der Nachbarländer, insbesondere Südafrikas, zustande. Auch nach dem Eintritt Tsvangirais in die Regierung sitzen immer noch Dutzende seiner Anhänger in Haft.
Simbabwe hat die mit Abstand höchste Inflationsrate der Welt. Die Arbeitslosigkeit liegt Schätzungen zufolge bei mindestens 80 Prozent. Die Menschen leiden Hunger, und einer Cholera-Epidemie sind seit August fast 4000 Simbabwer zum Opfer gefallen.
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