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10.000 Menschen fliehen aus Silvan
Drei Soldaten und elf PKK-Rebellen in Türkei getötet

Türkei: Drei Soldaten und elf PKK-Rebellen getötet
Die verlassenen Straßen von Silvan am 12. November 2015. FOTO: afp, OZN/MS
Diyarbakir. Bei Kämpfen zwischen kurdischen Rebellen und der türkischen Armee sind drei türkische Soldaten und mindestens elf Mitglieder der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) getötet worden. Wie die Behörden im Südosten der Türkei am Freitag mitteilten, wurden die PKK-Kämpfer am Donnerstag bei Gefechten in den Bezirken Cizre und Silopi in der Provinz Sirnak getötet.

Die Armee wiederum teilte mit, bei einem Einsatz gegen die PKK in der Region Van in der Nähe der Grenze zum Iran seien ein Soldat getötet und drei weitere verwundet worden. Die Soldaten seien von PKK-Kämpfern von einem Haus aus beschossen worden. Zwei weitere Soldaten seien am Freitag bei der Explosion einer Mine an einer Straße im Bezirk Lice in der Region Diyarbakir getötet worden.

Flucht aus Stadt im Südosten

Die Zeitung "Hürriyet" berichtete unterdessen, dass etwa 10.000 Menschen aus Silvan im Südosten der Türkei geflohen seien. Über die Stadt hat die Armee eine umstrittene Ausgangssperre verhängt, zudem ist sie seit elf Tagen abgeriegelt. Lokale Abgeordnete hätten über eine fürchterliche Knappheit an Lebensmitteln, Wasser und Strom berichtet. Es gab Medienberichten zufolge mehrere Tote, sowohl bei der Polizei als auch unter der Zivilbevölkerung. Die türkischen Sicherheitskräfte versuchen in der Gegend die Kontrolle über drei Bezirke wiederzuerlangen, in denen die Jugendorganisation der PKK aktiv ist.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte am Freitag, die gegen die PKK gerichtete Offensive in der Stadt sei "weitgehend abgeschlossen". Er fügte aber hinzu: "Sie wird weitergehen bis Friede in jedem Viertel von Silvan wieder hergestellt ist."

Die PKK hatte einen einseitig verkündeten Waffenstillstand vor den Parlamentswahlen vom 1. November wieder aufgekündigt, nachdem die siegreiche islamisch-konservative Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan ein weiterhin hartes Vorgehen gegen die Rebellen angekündigt hatte. Der Konflikt war im Juli erneut eskaliert. Seither wurden mehr als 150 Vertreter von türkischer Armee und Polizei getötet sowie hunderte PKK-Kämpfer. Die Armee fliegt vor allem Luftangriffe gegen PKK-Stellungen im Nordirak und im Südosten der Türkei.

(AFP)
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