Westliche Einrichtungen sind gefährdet: Türkei: Hinweise auf neue Anschlagswelle
zuletzt aktualisiert: 24.12.2003 - 14:17Ankara (rpo). Türkische Behörden haben offenbar Hinweise auf eine bevorstehende dritte Anschlagswelle auf westliche und israelische Einrichtungen. Die Vorbereitungen sollen demnach sogar schon abgeschlossen sein.
In einem internen Dokument der Polizei in Istanbul, das der Nachrichtenagentur AP vorliegt, hieß es, die Vorbereitungen für eine dritte Anschlagswelle seien den Erkenntnissen zufolge abgeschlossen. Entsprechende Warnungen gab es auch für Japan, Saudi-Arabien und Bahrain.
In dem Dokument der türkischen Polizei hieß es, einige der potenziellen Täter seien aus Syrien in die Türkei eingereist, andere bereiteten sich auf die Einreise vor. Das Dokument wurde von zwei ranghohen Polizeivertretern unterzeichnet, darunter dem Leiter der Sicherheitsbehörde in Istanbul. Im Einzelnen wird vor möglichen Anschlägen auf westliche und israelische Einrichtungen sowie auf das Einkaufszentrum Akmerkez in Istanbul gewarnt. Als Zeitraum wird die Weihnachtswoche genannt, beginnend am 24. Dezember.
Der Istanbuler Polizeichef Celalettin Cerrah erklärte, das den Sicherheitsabteilungen privater Unternehmen zugespielte Dokument gehöre zu den internen Geheimdienstunterlagen, die mögliche Anschläge verhindern und die Polizei zu erhöhter Wachsamkeit anhalten sollten. Bei Selbstmordanschlägen auf zwei Synagogen und zwei britische Einrichtungen in Istanbul wurden im November 62 Menschen getötet.
Japan verstärkte unterdessen seine Beobachtung der muslimischen Gemeinden im Land. Das Terrornetzwerk El Kaida hatte Japan in der vergangenen Woche als potenzielles Terrorziel genannt, weil die Regierung 1.000 Soldaten nach Irak entsenden will. In einem Geheimdienstbericht der Behörde für Öffentliche Sicherheit hieß es, angesichts dieser Warnung sei es notwendig, intensiv nach Anzeichen möglicher Terrorplanungen zu suchen.
Menschen in Saudi-Arabien besorgt
Nach der Terrorwarnung der USA für Saudi-Arabien bemühten sich Ausländer dort, in der Öffentlichkeit nicht in Erscheinung zu treten. Es gebe keine Panik, die Menschen seien aber besorgt, sagte der Manager der Wohnanlage Seder in der Hauptstadt Riad, Richard May. Die Anlage gilt als mögliches Angriffsziel.
Die USA rechneten für die Feiertage auch mit einem möglichen Terroranschlag in Bahrain. Die US-Botschaft in dem Golfstaat sprach am Dienstag von entsprechenden Hinweisen. Sie rief die Amerikaner in Bahrain auf, Ansammlungen westlicher Ausländer zu vermeiden und auf unnötige Fahrten möglichst zu verzichten. Die Warnung gelte bis zum 2. Januar, hieß es in der Erklärung. Der Inselstaat Bahrain im Persischen Golf ist ein enger Verbündeter Washingtons. Dort ist auch die 5. US-Flotte stationiert.
In Iran wurden die Sicherheitsvorkehrungen vor den Botschaften der Schweiz, der Türkei und Großbritanniens verstärkt. Außenminister Kamal Charrasi erklärte am Mittwoch, es lägen Berichte über mögliche Anschläge vor. Er sprach von Vorsichtsmaßnahmen.
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