kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Recep Tayyip Erdogan Türkei Panorama, AP 2010-0324
  Foto: AP, AP
Kommentare ()

Demokratie und Islam: Türkei macht Ägypten und Tunesien Hoffnung

VON DANA SCHÜLBE - zuletzt aktualisiert: 14.02.2011 - 14:46
Ankara (RPO). Die Herrscher sind vertrieben, nun suchen Tunesien und Ägypten nach einem Neuanfang. Doch wie soll der aussehen? Wie können demokratische Verhältnisse in den Ländern geschaffen werden? Ein Vorbild haben viele Menschen in den arabischen Ländern schon gefunden: die Türkei.

Die internationalen Forderungen an Ägypten sind deutlich: Schnell sollen Wahlen vorbereitet werden. Und der Militärrat, der derzeit die Fäden in der Hand hält, hat bereits angekündigt, dass Wahlen innerhalb von sechs Monaten erfolgen sollen. Auch in Tunesien sollen freie Wahlen vorbereitet werden.

Freie Wahlen – der erste Schritt auf dem Weg in eine demokratische Gesellschaft. Für die beiden Länder, die über Jahrzehnte von despotischen Herrschern regiert worden waren, wahrlich ein Fortschritt. Doch bis tatsächlich demokratische Verhältnisse in Tunesien und Ägypten herrschen, kann es lange dauern. 

Aber die Menschen sind auch frohen Mutes, denn gerade am Beispiel der Türkei sehen sie, dass sich Demokratie und der Islam nicht ausschließen. Und so sah in einer jüngst veröffentlichten Umfrage ein Drittel der Befragten in mehreren arabischen Ländern das Land am Bosporus als Vorbild für die eigene Entwicklung.

Eine islamisch-konservative Regierung 

Die Türkei weiß um ihre Vorbildrolle und spielt das auch genüsslich aus. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan etwa hatte indirekt Ägyptens Herrscher Hosni Mubarak zum Rücktritt aufgefordert, und auch jetzt beteiligt sich die Regierung in Ankara an den Rufen nach schnellen Wahlen. Erdogan betonte, er hoffe, dass der Militärrat "binnen kürzester Zeit" seine Macht an die neue Regierung abgibt.

Dass die Türkei als Vorbild gilt, kommt nicht von ungefähr. Denn dort steht seit 2002 eine islamisch-konservative Regierung an der Spitze. Und ausgerechnet unter dieser Konstellation hat die Türkei Fortschritte gemacht – natürlich einen möglichen EU-Beitritt im Hinterkopf. Es gibt freie Wahlen und die Wirtschaft boomt in dem Land, in dem 99 Prozent der Bevölkerung muslimisch sind.

Allerdings hat die Türkei ganz andere Voraussetzungen als die arabischen Länder. Es ist Mitglied in der Nato und wird auch von der EU unterstützt - sowohl in den wirtschaftlichen Beziehungen als auch bei den Reformen. Seit 2005 laufen die Beitrittsgespräche. Und diese Vorteile sind bei Weitem nicht zu unterschätzen. Auch gibt es in der Türkei eine strikte Trennung von Staat und Religion, was in den arabischen Ländern - noch - nicht gegeben ist.

Beitrittsprozess mit Hindernissen

In Europa selbst allerdings hagelt es immer wieder Kritik an der Türkei. Minderheiten würden diskriminiert, mit der Pressefreiheit ist es nicht so weit her, wie es sein sollte, die Zypern-Frage ist nicht geklärt. Und auch die Beitrittsgespräche ziehen sich seit Ewigkeiten hin, unter deutschen Politikern herrscht teils Skepsis über einen Beitritt.

Auch der Führungsstil Erdogans und seiner AKP ist in der vergangenen Zeit zunehmend kritisiert worden, beinahe autokratisch wirkt der Ministerpräsident zwischenzeitlich.

Doch der Blickwinkel Europas ist eben ein anderer als der in den arabischen Ländern. Für die Menschen, die bisher kaum freie Wahlen kannten, ist die Türkei tatsächlich ein Hoffnungsschimmer. Denn das Beispiel zeigt, dass sie nicht ihre Identität aufgeben müssen, um den Schritt in die Demokratie zu wagen.


 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Obama wacht persönlich über "Todesliste"

US-Präsident bestimmt Ziele der Drohnenangriffe

Obama wacht persönlich über "Todesliste"

US-Präsident Barack Obama überwacht einem Medienbericht zufolge persönlich die Auswahl der ... mehr 

Ein Islamist und ein Mubarak-Mann

Diese Männer spalten Ägypten

Ein Islamist und ein Mubarak-Mann

Das ägyptische Volk geht wieder auf die Straße. Viele von ihnen sind unzufrieden mit der ersten Runde der Präsidentschaftswahl. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

US-Präsident bestimmt Ziele der Drohnenangriffe

Obama wacht persönlich über "Todesliste"

Diese Männer spalten Ägypten

Ein Islamist und ein Mubarak-Mann

Bundespräsident zu Gast in Israel

Gauck: Israel plant keinen Angriff gegen Iran

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Jugendliche verprügeln Frauen in Mönchengladbach

Polizei hofft auf Videomaterial aus Aachen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Trailer "James Bond Skyfall"

In dem neustens Fall wird Bonds Loyalität seiner Chefin M gegenüber auf eine harte Probe gestellt, als seine Vorgesetzte von ihrer ... mehr 

US-Präsident bestimmt Ziele der Drohnenangriffe

Obama wacht persönlich über "Todesliste"

US-Präsident Barack Obama überwacht einem Medienbericht zufolge persönlich die Auswahl der Ziele für die Drohnenangriffe gegen Anhänger von Al-Qaida und anderer Terrorgruppen. mehr

 

Diese Männer spalten Ägypten

Ein Islamist und ein Mubarak-Mann

 

Bundespräsident zu Gast in Israel

Gauck: Israel plant keinen Angriff gegen Iran

 
 

Strafmaßnahme wegen Massaker von Hula

Deutschland weist syrischen Botschafter aus

 

Israel-Reise des Bundespräsidenten

Gauck: "Israel ist ein blühendes Land"

Top-Services