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Recep Tayyip Erdogan
"Wir haben unseren Allah – und Panzer und Kanonen"

Fotos: Erdogan – vom Häftling zum Ministerpräsidenten
Fotos: Erdogan – vom Häftling zum Ministerpräsidenten FOTO: AP
Istanbul. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan setzt nach dem Putschversuch seine Kritik am Westen mit unveränderter Härte fort. Der Westen habe sich auf die Seite seiner Gegner gestellt, beklagt Erdogan – und verschärft erneut den Ton.

"Der Westen hat sich auf die Seite der Putschisten gestellt", sagte Erdogan am Mittwoch bei einer Dringlichkeitssitzung des Religionsrates in Ankara. "Sie haben sich nicht auf die Seite der Führung dieses Landes gestellt, das sich gegen den Putsch gewehrt hat."

Erdogan zitierte einen verstorbenen Bekannten, der ihm mit Blick auf den Westen einst gesagt habe: "Wenn sie ihre Flugzeuge, Panzer und Kanonen haben (...), so haben wir unseren Allah." Der Präsident fügte unter dem Beifall der Religionsgelehrten hinzu: "Ja, wir haben unseren Allah. Und ohne Zweifel haben auch wir Panzer und Kanonen."

Erdogan spricht über Freundschaft mit Gülen

Erdogan räumte ein, die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen - den er für den Umsturzversuch verantwortlich macht - und ihre Anhänger früher selber unterstützt zu haben. "Obwohl sie viele Seiten hatten, mit denen ich nicht übereinstimmte, habe auch ich persönlich ihnen geholfen." Das sei trotz Bedenken "in gutem Glauben" geschehen. Erdogan und Gülen waren bis zu einem Zerwürfnis 2013 Verbündete.

Der Präsident der türkischen Religionsbehörde Diyanet, Mehmet Görmez, nannte die Gülen-Anhänger "ein Netzwerk gefügiger Roboter". Die Bewegung könne nicht als religiöse Gruppe betrachtet werden, Gülen selber nicht als religiöser Gelehrter.

(csi/dpa)
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