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Nach dem Putschversuch in der Türkei
Erdogan will über Einführung der Todesstrafe beraten

Fotos: Erdogan – vom Häftling zum Ministerpräsidenten
Fotos: Erdogan – vom Häftling zum Ministerpräsidenten FOTO: AP
Istanbul. Während die Zahl der Toten bei dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei nach Angaben des Außenministeriums auf fast 300 gestiegen ist, nimmt der Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan offen das Wort Todesstrafe in den Mund.

Erdogan kündigte Beratungen mit der Opposition über eine mögliche Wiedereinführung der Todesstrafe an. Diese sollten bald erfolgen, sagte Erdogan am Sonntag vor Anhängern im Istanbuler Stadtteil Üsküdar. Schon bei vorherigen Reden hatte Erdogan angekündigt, dass sich das Parlament mit dem Thema beschäftigen werde und gesagt: "In Demokratien kann man die Forderung des Volkes nicht ignorieren." Die Todesstrafe ist in der Türkei seit 1984 nicht mehr vollstreckt und 2004 abgeschafft worden.

Derweil teilte das Außenministerium am Sonntagabend mit, mehr als 100 Putschisten sowie "mehr als 190 unserer Bürger" seien getötet worden. Mehr als 1400 Menschen seien verletzt worden. Bei Operationen gegen die "Terrorgruppe" hinter dem Putschversuch seien bislang 6000 Menschen festgenommen worden.

Mit der Terrorgruppe ist die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen gemeint, die die Regierung für den Umsturzversuch verantwortlich macht. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, unter den festgenommenen Verdächtigen seien mindestens 70 Generäle aus den Streitkräften.

Einen Hintergrund zur Rolle des Militärs in der Türkei finden Sie hier.

Das Protokoll zu den Ereignissen in der Nacht des Putschversuchs gibt es hier.

Mehr zum Putschversuch in der Türkei lesen Sie in unserem Dossier.

(felt/dpa)
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