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4000 Tonnen Lebensmittel
Türkei schickt isoliertem Verbündeten Katar Schiff mit Hilfsgütern

Türkei schickt Schiff mit Hilfsgütern nach Katar
Verbündete: Der Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al-Thani (l), und der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan (Archiv). FOTO: dpa, LP gfh tba
Ankara. Katar ist zwar reich, aber auf Nahrunsimporte angewiesen – seine Nachbarn haben jedoch eine Blockade verhängt. Deshalb schickt die Türkei erstmals ein Schiff mit Hilfsgütern für seinen isolierten Verbündeten. Auch der Iran unterstützt den Wüstenstaat.

Das Schiff der Türkei verließ den Hafen von Aliaga in der westlichen Provinz Izmir mit 4000 Tonnen Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag meldete. Es soll in zehn Tagen in dem Golfemirat eintreffen, das seit zwei Wochen einer Blockade durch seine Nachbarn ausgesetzt ist. Der Iran gab am Donnerstag an, täglich 1100 Tonnen Obst und Gemüse per Schiff in den Wüstenstaat zu schicken. 

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Blockade gegen den gasreichen Wüstenstaat am Persischen Golf verhängt. Die Türkei kritisierte das Vorgehen gegen seinen Verbündeten und schickte mehr als hundert Flugzeuge mit Hilfsgütern nach Katar, wie Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci am Mittwoch mitteilte.

Erdogan und König Salman beraten über Katar-Krise

Katar zählt zwar dank seiner riesigen Gasvorkommen zu den reichsten Staaten der Welt, doch besteht der Kleinstaat im Persischen Golf fast vollständig aus Wüste. Zur Versorgung der 2,6 Millionen Einwohner ist das Emirat auf Nahrungsimporte angewiesen. Nach der Schließung seiner einzigen Landgrenze zu Saudi-Arabien bleibt dafür nur noch der Luft- oder Seeweg.

Die Türkei hat bereits mehr als hundert Flugzeuge mit Hilfsgütern nach Katar geschickt, wie Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci am Mittwoch mitteilte. Auch der Iran entsandte mehrere Flugzeuge mit Lebensmittel nach Katar.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten werfen Katar vor, "Terrorgruppen" wie die ägyptische Muslimbruderschaft und die palästinensische Hamas zu unterstützen. Zudem sind sie verärgert darüber, dass Katar ihren harten Kurs gegenüber dem Iran nicht mitträgt. Kuwait und andere Staaten bemühen sich um Vermittlung in der Krise, doch bisher ohne Erfolg.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan vereinbarte bei einem Telefonat mit dem saudiarabischen König Salman am Mittwochabend, die "Bemühungen zu verstärken", um den Konflikt mit Katar beizulegen. Die Türkei ist ein enger Verbündeter Katars, will aber zugleich Riad nicht gegen sich aufbringen, mit dem es ebenfalls gute Beziehungen unterhält.

(wer/AFP)
 
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