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PKK im Verdacht
Von Ankara eingesetzter Bürgermeister bei Anschlag getötet

Istanbul. Im Südosten der Türkei ist ein von Ankara eingesetzter Bürgermeister bei einem Anschlag getötet worden. Nach Regierungsangaben ist in einem Regierungsgebäude in der Stadt Derik am Donnerstag ein Sprengsatz explodiert.

Das meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Muhammet Fatih Safiturk, der von der Regierung zum Unterpräfekten und Bürgermeister berufen worden war, sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, erklärte die Provinzregierung. Mindestens zwei weitere Menschen seien verletzt worden.

Die Behörden machten die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für die Tat verantwortlich. Laut Anadolu wurden 20 Verdächtige festgenommen und verhört.

Türkische Regierung hat mehrere Bürgermeister ersetzt

Die türkische Regierung hatte in den vergangenen Wochen zahlreiche gewählte Bürgermeister im mehrheitlich kurdischen Südosten des Landes wegen mutmaßlicher Kontakte zur PKK aus dem Amt entfernt und durch regierungsnahe Beamte ersetzt.

Zudem wurden mehrere kurdische Oppositionspolitiker festgenommen, unter ihnen die beiden Vorsitzenden der prokurdischen Partei HDP. Das Vorgehen der türkischen Behörden sorgt international für scharfe Kritik.

Die PKK wird von Ankara als Terrororganisation eingestuft. Seit dem Ende eines Waffenstillstands zwischen der Rebellenbewegung und der Armee im Juli 2015 wurden mehr als 600 Mitglieder der Sicherheitskräfte und mehr als 7000 PKK-Kämpfer getötet.

(isw/AFP)
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