Gefangene wurden stundenlang "aus Spaß" verprügelt: TV: Britischer Soldat erlebte Misshandlungen von Irakern
zuletzt aktualisiert: 15.05.2004 - 08:52London (rpo). Die Fotos mögen gefälscht sein, doch Zeugenaussagen sollen nun für sich sprechen: In einem Fernsehinterview hat ein britischer Reservesoldat über Misshandlungen von irakischen Gefangenen berichtet.
Britische Soldaten hätten Iraker "aus Spaß" geschlagen und getreten, sagte der als "Soldat C" bezeichnete Mann am Freitagabend dem Fernsehsender ITV. Manche der Gefangenen seien stundenlang in Sandsäcke gesteckt worden: "Und dann wurden sie mit Wasser überschüttet. Ich weiß, dass einige von ihnen Schwierigkeiten hatten zu atmen."
Die Misshandlungen seien keinem System gefolgt, doch seien sie häufig gewesen, sagte der Soldat. Schuld sei die fehlende Aufsicht gewesen. Er sei sicher, dass die höhergeordneten Offiziere die Misshandlungen nicht gebilligt hätten, doch sei eine Kontrolle aller Soldaten nur schwer möglich.
Der Augenzeuge war nach eigenen Angaben Mitglied einer Reserveeinheit, die in Irak dem Queen's Lancashire Regiment zugeordnet war. Neben US-Soldaten sehen sich seit Wochen auch britische Soldaten mit Foltervorwürfen konfrontiert. Als Beweis dienten unter anderem vom "Daily Mirror" abgedruckte Bilder. Kurz vor dem ITV-Interview am Freitagabend räumte die Boulevardzeitung allerdings ein, dass die Fotos gefälscht gewesen seien.
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