Iran: TV-Sender beklagen Informationsblockade
zuletzt aktualisiert: 12.02.2010 - 14:20London/Berlin (RPO). Die Ausstrahlung der Fernseh- und Radioprogramme der Deutschen Welle, der britischen BBC und des US-Auslandssenders Voice of America sind seit Donnerstag mehrfach unterbrochen worden, so die Sender. Die Störung des Programms greife in die Sendefreiheit ein.
"Das widerspricht den internationalen Abkommen und greift in die internationale Sendefreiheit ein, die durch internationale Verträge geschützt ist", hieß es in der Erklärung der drei Sender.
Auch der Iran strahle per Satellit arabischsprachige und englischsprachige Programme im Ausland aus, hoben die Sender hervor. Gleichzeitig untersage die iranische Führung ihrem eigenen Volk, Satellitenprogramme aus dem Ausland zu nutzen.
Das US-Außenministerium hatte den iranischen Behörden "eine fast vollständige Informationsblockade" vorgeworfen. Die Feierlichkeiten zum Revolutionsjahrestag im Iran waren von regierungskritischen Protesten begleitet worden. Die Behörden hatten ausländischen Reportern die Berichterstattung darüber untersagt.
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) forderte das Auswärtige Amt auf, gegen die Beeinträchtigungen freier Berichterstattung im Iran zu protestieren. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) müsse den iranischen Behörden deutlich machen, dass er die systematische Störung des Programms der Deutschen Welle nicht akzeptiere.
Auch die seit langem anhaltenden Schikanen gegen ausländische Korrespondenten im Iran müssten in den Protest einfließen, erklärte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Westerwelle sagte am Freitag vor Journalisten in Berlin, die massive Behinderung der Medien sei "nicht akzeptabel".
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.