Fast 200 Verletzte: Über 60 Tote bei Bombenanschlag im Nordirak
zuletzt aktualisiert: 20.06.2009 - 20:56Bagdad (RPO). Bei einem Bombenanschlag vor einer schiitischen
Moschee im Nordirak sind am Samstag mindestens 63 Menschen getötet worden. Fast 200 Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt. Es war der schwerste Anschlag im Irak seit Ende April, als zwei Selbstmordattentäterinnen in Bagdad 71 Menschen mit in den Tod rissen.
Der Sprengsatz vom Samstag war in einem Lastwagen versteckt und detonierte nach dem Mittagsgebet in der Stadt Tasa, rund 20 Kilometer südlich von Kirkuk, in der eine weitgehend turkmenischstämmige Bevölkerung lebt. Ob es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt habe, werde noch ermittelt, sagte Polizeichef Dschamal Tahir. Die Moschee und mindestens acht umliegende Häuser wurden den Behörden zufolge zerstört.
Stundenlang suchten Rettungskräfte unter den Trümmern nach Opfern. Verzweifelte Frauen baten die Helfer, selbst nach ihren vermissten Angehörigen suchen zu dürfen. Krankenwagen brachten die Verletzten, darunter auch Babys, ins Krankenhaus von Kirkuk, das angesichts der Zahl der Verwundeten völlig überlastet war.
Der Anschlag wurde nur wenige Stunden nach einer Rede von Ministerpräsident Nuri al-Maliki verübt, in der der Regierungschef den Abzug der US-Truppen aus den irakischen Städten bis Ende des Monats als "großen Sieg" würdigte. Die Behörden haben gewarnt, dass Aufständische den Abzug zu neuen Anschlägen nutzen könnten, um das Vertrauen in die Regierung zu untergraben.
Leichen zweier britischer Geiseln übergeben
(London) Den britischen Streitkräften wurden vermutlich die Leichen von zwei im Irak getöteten britischen Geiseln übergeben, wie Außenminister David Miliband am Samstag mitteilte. Die Toten seien noch nicht identifiziert worden, es handele sich aber wahrscheinlich um die sterblichen Überreste von zwei der fünf 2007 im Irak entführten Briten. Bislang sei alles versucht worden, um die Freilassung der Männer zu erreichen.
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